Das Rahmenkonzept richtet sich primär an den öffentlichen Gesundheitsdienst in Deutschland sowie an medizinisches Fachpersonal in der klinischen, ambulanten und rettungsdienstlichen Versorgung. Das Konzept soll ständig fortgeschrieben werden und ist von der Homepage des RKI unter folgendem Link abrufbar: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Rahmenkonzept_Ebolafieber.html?nn=2370426.

Hinweisen möchten wir Sie explizit auf das Kapitel 7.2.3 „Schutzmaßnahmen für das Personal“ in Verbindung mit Anlage D des Konzeptes „Hinweise zum An- und Anlegen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA)“ (Anlage 2). Da sich alle Krankenhäuser auf den Umgang mit einzelnen infizierten / erkrankten Patienten vorbereiten sollten, ist auch die Vorhaltung der unter 7.2.3.2. beschriebenen PSA in ausreichender Menge erforderlich.

Ergänzend hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine informative Videoreihe zum angewandten Infektionsschutz („Das Infektionsschutz-Set – richtig geschützt bei biologischen Gefahrenlagen“) auf seiner Homepage zur Verfügung gestellt:

http://www.bbk.bund.de/DE/TopThema/TT_2014/Aktuelle_Infos_Ebola_okt_2014.html

Weiter ist Kapitel 7.2.4 „Erforderliche Desinfektionsmaßnahmen / Abfallentsorgung“ für die Krankenhäuser besonders relevant. In Kap. 7.2.4.6 wird ausgeführt, dass eine Inaktivierung der Abfälle in unmittelbarer Nähe des Anfallortes zwar der bevorzugte Entsorgungsweg für Abfälle ist, aber – sofern dies aus technischen oder logistischen Gründen nicht möglich ist – auch eine Verbrennung in einer Sonderabfallverbrennungsanlage (SAV) zulässig ist. Für den Transport zur SAV ist das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) zu beachten, welches für infektiösen Abfall des Abfallschlüssels 180103* eine Verpackung gemäß Verpackungsanweisung P 620 mit der Kennzeichnung UN 2814 vorschreibt.

Da derzeit lediglich max. 40 l fassende Behältnisse als P 620 zugelassen sind (größere Behältnisse mit ca. 60 l befinden sich derzeit in der Zulassungsprüfung bei der BAM), hat Deutschland am 27.11.2014 die von Belgien initiierte Multilaterale Vereinbarung M281 unterzeichnet (Anlage 3).

Multilaterale Vereinbarungen regeln Besonderheiten bei Gefahrguttransporten zwischen einzelnen Vertragsstaaten des ADR (Vgl. Abschnitt 1.5.1 ADR). I.d.R. handelt es sich um erleichternde Regelungen für den Gefahrguttransport, indem zwischen einzelnen ADR-Staaten bi- oder multilateral vereinbart wird, von Vorschriften abzuweichen. Die Vereinbarungen gelten jeweils nur im direkten Verkehr zwischen den Unterzeichnerstaaten und sind zeitlich befristet. Die Gesamtliste der gemäß ADR gezeichneten Vereinbarungen ist von der Homepage der UNECE (United Nations Economic Commission for Europe) unter www.unece.org/trans/danger/multi/multi.htm  abrufbar.

Die M281 enthält eine Ausnahmeregelung für die Verpackung zum Transport von Abfall, der mit hämorrhagisches Fieber auslösenden Viren (z.B. Ebola) verunreinigt ist. Gefordert wird – in Analogie zur P 620 – eine Dreifachverpackung, wobei als Primärverpackung der in allen Krankenhäuser vorhandene Behälter für infektiöse Abfälle gemäß P 621 dienen soll. Die Vereinbarung ist befristet bis zum 31.12.2016. Eine entsprechende Musteranleitung enthält Anlage R des Konzeptes.

Für den Transport des infektiösen Abfalls ist vom Versender (Krankenhaus) ein Beförderungspapier zu erstellen. Ein Muster dafür enthält Anlage S des Konzeptes.

Darüber hinaus hat jede Einrichtung, die gefährliche Güter mit hohem Gefahrenpotential versendet, gemäß Kap. 1.10 des ADR einen Sicherungsplan vorzuhalten. Dies betrifft auch Krankenhäuser, die Ebolapatienten versorgen. Ein Muster dafür enthält Anlage T des Konzeptes.