Das RKI führt aus, dass der wichtigste Übertragungsweg der direkte Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von erkrankten Patienten oder der direkte Kontakt mit Verstorbenen ist und ein Übertragungsrisiko nur von symptomatischen Ebola-Erkrankten ausgeht.

Für den Umgang mit Ebolavirus-Verdachtsfällen hat das RKI ein Ablaufschema (Anlage 2) erstellt. Wichtig ist, bei klinischen Symptomen wie Fieber und evtl. Durchfall, Erbrechen, Muskelschmerzen eine genaue Anamnese inklusive Reiseanamnese zu erheben. Nur wenn es Hinweise auf einen direkten Kontakt zu Blut oder Körperflüssigkeiten von Ebola-Erkrankten bzw. Kontakt mit Verstorbenen gibt, besteht ein begründeter Verdacht, der weiter diagnostisch abgeklärt werden muss.

Dann sind auch das zuständige Gesundheitsamt (nach § 6 Abs. 1 IfSG sind der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an virusbedingtem hämorrhagischem Fieber meldepflichtig) sowie das zuständige Kompetenzzentrum (http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/Stakob/Kompetenzzentren/Kompetenzzentren_node.html ) zu informieren, um weitere Schritte zu Schutzmaßnahmen sowie zur Labordiagnostik einzuleiten. In wie weit die weitere Unterbringung des Patienten in einem speziellen Behandlungszentrum mit Sonderisolierstation zu erfolgen hat, entscheidet das Gesundheitsamt (§ 30 Abs. 1 IfSG).

Erste Ansprechpartner für Fragen zur Diagnostik sind das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg als Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger (Notfallnummer bei Verdacht auf hämorrhagisches Fieber: 040 / 42818-0) und das Institut für Virologie der Universität Marburg als Konsiliarlabor für Filoviren (im Notfall täglich 24 Stunden über Diensthandy erreichbar: 0177 / 310 81 96).

Den Versand von diagnostischen Proben bei Verdacht auf Ebola regelt das ADR (Europäisches Übereinkommen zur internationalen Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße). Hiernach muss der Probenversand als Klasse 6.2, Kategorie A, verpackt nach der Verpackungsvorschrift P 620 mit der Kennzeichnung UN 2814 „Ansteckungsgefährlicher Stoff; gefährlich für Menschen“ erfolgen. Es ist sinnvoll, vor dem Versand von Verdachtsproben Kontakt mit dem diagnostizierenden Labor aufzunehmen, um die Proben anzumelden und ggf. Versandmodalitäten abzustimmen.