Im Bundesgesundheitsblatt Nr. 7/2013 hat das Robert Koch-Institut die „Festlegung der Daten zu Art und Umfang des Antibiotika-Verbrauchs in Krankenhäusern nach § 23 Absatz 4 Satz 2 IfSG“ (Anlage) nebst Ausführungen und Erläuterungen zu dieser Bekanntmachung (Anlage) veröffentlicht.

Mit der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) 2011 wurde festgelegt, dass die Leiter von Krankenhäusern und von Einrichtungen für ambulantes Operieren sicherzustellen haben, dass die nach § 4 Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe b festgelegten Daten zu Art und Umfang des Antibiotika-Verbrauchs fortlaufend in zusammengefasster Form aufgezeichnet, unter Berücksichtigung der lokalen Resistenzsituation bewertet und sachgerechte Schlussfolgerungen hinsichtlich des Einsatzes von Antibiotika gezogen werden. Diese Daten zu Art und Umfang des Antibiotika-Verbrauchs wurden nun erstmalig vom RKI festgelegt.

Das RKI weist darauf hin, dass Einrichtungen für ambulantes Operieren (noch) nicht berücksichtigt wurden, es sei aber geplant, eine, den besonderen Bedingungen der Einrichtungen für ambulantes Operieren angepasste Vorlage zu erarbeiten.

Antiinfektiva der folgenden WHO-ATC-Gruppen sollen erfasst werden:

•    J01    - Antibiotika zur systemischen Anwendung

•    J02    - Antimykotika zur systemischen Anwendung

•    J04A    - Mittel zur Behandlung der Tuberkulose

•    J05    - Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung

•    A07AA    - Intestinale Antibiotika

•    P01AB    - Nitroimidazol-Derivate

Zielgröße für die Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance ist die Antibiotika-Verbrauchsdichte. Die Verbrauchsdichte wird üblicherweise als Verbrauch des Antibiotikums in DDD pro 100 Patiententage bzw. 100 Fälle für eine bestimmte Zeitperiode (max. 1 Jahr) angegeben.

Die Antibiotika-Verbrauchsdichte soll für Organisationseinheiten mindestens auf der Ebene Fachbereich/Stationstyp (Intensivstation/Normalstation) berechnet werden. Zur Einteilung in Organisationseinheiten bietet sich als Standard der Fachabteilungs- (bzw. Fachbereichs-) Schlüssel an, der unter anderem für die Erstellung der strukturierten Qualitätsberichte der Krankenhäuser Anwendung findet.

Eine besondere Herausforderung stellt nach Auffassung des RKI die Erfassung des Antibiotika-Verbrauchs in der Pädiatrie - insbesondere in der Neonatologie - dar. Die Verwendung von DDDs als Messgröße sei hier nicht optimal geeignet. Alternative Methoden wären z.B. eine körpergewichtsbezogene, idealerweise auch indikationsbezogene Verbrauchserfassung oder die Erfassung von „Antibiotikatagen“ pro 100 Patiententage. Dies würde aber einen hohen personellen und zeitlichen Aufwand erfordern, der nur unter Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen zu leisten ist. „Da allerdings neonatologische Intensivstationen und die Entwicklung von Resistenzen in diesem Bereich im besonderen Fokus nicht zuletzt der öffentlichen Wahrnehmung stehen, sollten sich die Krankenhäuser - analog zu dem Modul NEO-KISS - dieser Verantwortung stellen.“

Die Details entnehmen Sie bitte den beigefügten Anlagen selbst.