Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 16.02.2012 beschlossen, die Länderauswertung mit Geodarstellung für Indikatoren mit besonderem Handlungsbedarf aus der Bundesauswertung 2010 zur Veröffentlichung auf den Internetseiten der Institution nach §137a SGB V (AQUA Institut www.sqg.de ) freizugeben.

Der G-BA Unterausschuss Qualitätssicherung hatte zuvor dem Plenum bei 6 Gegenstimmen die Länderauswertung zur Veröffentlichung empfohlen. Trotz der nach Maßgabe der Beratungen nunmehr überarbeiteten Fassung sind aus Sicht der DKG die grundsätzlichen Kritikpunkte nach wie vor gegeben. Diese liegen darin, dass die Art der Darstellung zu Fehlinterpretationen und Schlussfolgerungen führen kann, z.B. im Hinblick auf eine regionale Variation der Qualität und ihre Ursachen, die anhand der Datenlage nicht zulässig sind.

Die Erfahrung zeigt, dass weniger als 10 % der rein rechnerischen Auswertungsergebnisse Hinweise auf tatsächliche Qualitätsmängel sind. Im Strukturierten Dialog, der sich alljährlich den Auswertungen anschließt, ergaben sich beispielsweise für das Erfassungsjahr 2009 von 19.202 rechnerischen nur 1.672 qualitative Auffälligkeiten. So können z.B. methodische Probleme bei der Definition und Berechnung der Indikatoren, Dokumentationsfehler oder Fehler in der Qualitätssicherungs-Software Gründe für rechnerische Auffälligkeiten sein. Die Strukturierten Dialoge einschließlich Datenvalidierung sind gemäß QSKH RL zum Ende des dem Erfassungsjahr folgenden Jahres abzuschließen Der AQUA-Bericht über den Strukturierten Dialog für das Erfassungsjahr 2010 einschließlich Datenvalidierung wird voraussichtlich im Juni 2012 vorliegen.

Durch die Fokussierung auf insgesamt 9 von 400 Indikatoren und ausschließlich auf solche, in denen die Bundesfachgruppen besonderen Handlungsbedarf (C-Indikatoren) sehen, werden die guten Ergebnisse und damit auch der größte Teil des Qualitätssiche-rungsverfahrens außer Acht gelassen. Es ist auch nicht dargestellt, dass sich die Anzahl der C-Indikatoren von 21 (Erfassungsjahr 2009) auf 9 (Erfassungsjahr 2010) reduziert hat (vgl. AQUA Qualitätsreport 2010, S. 3).

In der zuständigen G-BA Arbeitsgruppe besteht Konsens, dass die Darstellungsform weiterzuentwickeln und die Geodarstellung nur im Zusammenhang mit anderen Verfahrensberichten zu sehen ist.

Der Beschluss tritt mit Beschlussdatum in Kraft und steht auf der Homepage des G-BA unter http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/ zur Verfügung.