Im Rahmen des vom Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), dem Deutschen Pflegerat (DPR) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft etablierten bundesweiten Fehlermeldesystems „Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland“ (www.kh-cirs.de) können Berichte über sicherheitsrelevante Ereignisse im Krankenhaus eingegeben werden, die dem überregionalen, interprofessionellen und interdisziplinären Lernen dienen. Die Berichte werden nach Eingabe zunächst anonymisiert, klassifiziert und erhalten bei überregionaler Relevanz einen Fachkommentar. Hierfür steht ein Fachbeirat aus Vertretern von Fachgesellschaften, Berufsverbänden und weiteren Institutionen zur Verfügung.

Im vorliegenden „Fall des Monats“waren relevante Krankenunterlagen bei der Reanimation aufgrund einer Lesesperre im Krankenhausinformationssystem nicht einsehbar http://www.kh-cirs.de/faelle/index.html.

Der Fachbeirat verweist darauf, dass die Probleme hierfür vielschichtig sein können. Erfolgt die Speicherung der Patientendaten in verschiedenen Krankenhausinformations-Subsystemen, ist eine reibungslose Kommunikation mit dem Hauptsystem zu gewährleisten. Darüber hinaus ist es generell erforderlich, die Zugriffsrechte auf Patientendaten für alle am Behandlungsprozess Beteiligten datenschutzkonform zu regeln. Bei der Präzisierung der Zugriffsrechte besteht naturgemäß der Konflikt zwischen dem medizinisch Erforderlichen und der einschränkend interpretierten Gesetzgebung aus Datenschutzgründen. Der vorliegende Fall zeigt, dass auch die Patientendaten früherer Aufenthalte in die Betrachtung einbezogen werden sollten.

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Patientendaten haben sich die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder mit der Thematik befasst und eine Orientierungshilfe KIS herausgegeben, die für die Erarbeitung eines Datenschutzkonzeptes KIS herangezogen werden kann (siehe unter: http://www.datenschutz.hessen.de/download.php?download_ID=229).

Die Orientierungshilfe enthält teilweise äußerst hohe Anforderungen und soll den Datenschutzbeauftragten bei der Überprüfung von Krankenhäusern bezüglich der Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben als Grundlage dienen. Die DKG hat zur Orientierungshilfe Stellung genommen und Gespräche über streitige Punkte mit den Datenschutzbeauftragten geführt. Anhand der Gesprächsergebnisse kann vor Ort versucht werden, bei der Umsetzung der Vorgaben sachgerechte Lösungen zu finden.