Der Endbericht des von prognos erstellten Gutachtens ist seit dem 16.11.2010 auf der Homepage des BMG eingestellt unter
www.bundesgesundheitsministerium.de/cln_178/SharedDocs/Downloads/DE/Standardartikel/K/Glossar-Krebs/Gutachten-Aufwand-Nutzen-Abschaetzung-Krebsregister,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Gutachten-Aufwand-Nutzen-Abschaetzung-Krebsregister.pdf.
Die im Rahmen des Nationalen Krebsplans konsentierten Zielepapiere stellt das BMG fortlaufend auf seiner Homepage (www.bmg-bund.de) ein.

Die DKG-Kommission Qualitätssicherung hatte sich mehrfach mit dem Sachstand zu Ziel 8 des Nationalen Krebsplans befasst (57. und 58. Sitzung am 07.06.2009 und am 08.10.2009). In der 61. Sitzung am 11.08.2010 wurde der Zwischenbericht des Gutachtens, die auch im vorliegenden Endbericht enthaltene Strukturanalyse, vorgestellt. Darüber hinaus berichtet Dezernat V im DKG-Vorstand regelmäßig über den Nationalen Krebsplan insgesamt, zuletzt in der DKG-Vorstandssitzung am 22.06.2010.

Die Arbeitsgruppe zu Ziel 8 wurde als Beirat im Rahmen der Gutachtenerstellung eingesetzt. Sowohl die Leistungsbeschreibung für den Gutachtenauftrag als auch die Konzeption des Strukturbogens erfolgte unter Einbindung des Beirats. Darüber hinaus wurden die Fragen und Interviewpartner für die Detailanalyse mit dem Beirat konsentiert. Die DKG ist Mitglied in der Arbeitsgruppe zu Ziel 8 und konnte in enger Abstimmung mit dem Verbandsbereich die Beratungen begleiten.

Die DKG hat die wichtigsten Ergebnisse und das methodische Vorgehen des Gutachtens zusammengefasst (Anlage).

Beigefügt sind außerdem folgende Auszüge des Gutachtens (Anlage):
• Übersicht der in die Strukturanalyse einbezogenen klinischen Krebsregister (S. 17),
• Aufgezeigte mögliche Einsparpotenziale für das Gesundheitssystem (S. 135-139),
• Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen (S. 181-190).

Im Gutachten wird bereits einleitend darauf hingewiesen, dass, analog zu anderen medizinischen Maßnahmen, die Nutzenbewertung vor allem dadurch erschwert wird, dass sich der erwartete Nutzen und demzufolge auch die zu seiner Messung geeigneten Methoden nur schwer definieren lassen. Auch die von klinischen Krebsregistern zu leistenden und zu erwartenden Beiträge zur Qualitätssicherung seien in der Regel indirekter Natur, so dass auch die für eine Kostenbewertung notwendigen direkten Veränderungen auf die Effizienz der Behandlung nicht ableitbar seien. Vielmehr könnten auf Basis der mit Krebsregisterdaten erstellten Analysen allenfalls langfristige Veränderungen mit möglicherweise entsprechender Auswirkung auf die Kosteneffizienz der Behandlung von Krebserkrankungen angestoßen werden.

Im Fazit wird ausgeführt, dass zum Aufbau eines bundesweit flächendeckenden einheitlichen und funktionsfähigen Systems klinischer Krebsregister zunächst verbindliche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen. Hierbei sei es unerlässlich

• die Möglichkeiten der politischen Rahmenbedingungen auf der Ebene des Bundes und der Länder zu erörtern, um die bestehenden Strukturen in den einzelnen Bundesländern aufzubauen, auszubauen oder zu modifizieren
• die Teilziele des Ziel 8 des NKP so zu konkretisieren, dass das genaue Aufgabenspektrum bundesweit flächendeckender Krebsregister festgelegt wird
• die Finanzierung über Eigenmittel, Mittel der Länder und Krankenkassen sicherzustellen.

Für ein Register mit einem Einzugsgebiet von 2 Mio. Einwohnern werden jährliche Gesamtkosten (ohne Meldevergütung) in Höhe von 1,39 Mio. Euro (0,69 ct. je Einwohner) veranschlagt.


Einschätzung der DKG
Das Gutachten liefert einen sehr guten Überblick über die heterogene Ausgestaltung der klinischen Krebsregistrierung bundesweit. Vor dem Hintergrund der im Zielepapier 8 formulierten Kriterien „Bevölkerungsbezug, vollzählige sektorenübergreifende Erfassung sowie Vernetzung untereinander und mit epidemiologischen Registern“ wurde ein Prototyp eines klinischen Krebsregisters gezeichnet. Demzufolge ist das Gutachten in sich methodisch schlüssig und zeichnet eine Idealvorstellung, die in der Realität schon aufgrund unterschiedlicher landesgesetzlicher Gegebenheiten an ihre Grenzen stößt.

Aus Sicht der DKG ist es anzustreben, dass die Daten der Krebsregistrierung Eingang in die sektorenübergreifende Qualitätssicherung onkologischer Erkrankungen finden. Dabei darf es jedoch nicht zu Doppeldokumentationen oder doppelten Verfahrensstrukturen kommen.

Bereits im Zielepapier 8 wird die Kooperation der Qualitätssicherung im Rahmen der klinischen Krebsregistrierung mit der Qualitätssicherung des G-BA vorgeschlagen sowie auf die Vermeidung von Doppelstrukturen hingewiesen. Sowohl der G-BA als auch AQUA sind in die Beratungen zu den Zielepapieren des Nationalen Krebsplans eingebunden.

Im November 2009 hatte die Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) dem Nationalen Krebsplan ihre Unterstützung versichert und das BMG gebeten, die Empfehlungen des NKP zügig in den gesundheitspolitischen Umsetzungsprozess einzubringen (vgl. DKG Rundschreiben Nr. 434/2009 vom 02.12.2009).

Derzeit ist noch offen, inwieweit sich aus den im Nationalen Krebsplan aufgezeigten Zielepapieren politische Handlungsempfehlungen bzw. Gesetzesänderungen ergeben.