Der Qualitätsreport 2009 bezieht sich auf die bereits mit Beschluss des G-BA auf der AQUA-Homepage veröffentlichte Bundesauswertung 2009 (vgl. DKG-Rundschreiben Nr. 229/2010), wobei für ausgesuchte Qualitätsindikatoren eine Kommentierung der Ergebnisse mit Unterstützung der Bundesfachgruppen erfolgt.

Darstellung

Bei dem in diesem Jahr erstmals vom AQUA-Institut erstellten Qualitätsreport hat sich die Art der Darstellung leicht verändert. Einerseits soll laut AQUA ein Wiedererkennungswert mit den Berichten der BQS gegeben sein, andererseits setzt AQUA auch bewusst neue Akzente in der Darstellung.
• So wurde die Ergebnisdarstellung je Leistungsbereich grundsätzlich beibehalten. Jeder Leistungsbereich wird zusammenfassend anhand zweier tabellarischer Übersichten „Gesamtergebnisse auf Basis der Fälle“ sowie „Gesamtergebnisse auf Basis der Krankenhäuser“ erläutert.
• Über eine piktogrammartige Tendenzaussage bei den Gesamtergebnissen auf Basis der Fälle wird die statistisch signifikante Veränderung der Versorgungsqualität je Qualitätsindikator dargestellt.
• Bei den Gesamtergebnissen auf Basis der Krankenhäuser werden zusätzlich der durch die Bundesfachgruppe definierte Handlungsbedarf und eine rechnerisch ermittelte Kategorisierung ausgewiesen.
• Für die Ergebnisdarstellung ausgewählter Qualitätsindikatoren werden die Werte wie bisher um graphische Darstellungen ergänzt, wobei AQUA auf Benchmark-Grafiken der Krankenhausergebnisse verzichtet.
• Ein Vergleich mit Vorjahresergebnissen erfolgt für das Vorjahr 2008, weggefallen ist der mehrjährige Vorjahresvergleich ab 2005.
• Bei Sentinel-Event-Indikatoren wird die Auffälligkeit (Anzahl betroffener Patienten bzw. Krankenhäuser) mittels Säulen-Diagrammen dargestellt.
• Die Ergebnisse des Strukturieren Dialogs werden in einem separaten Kapitel zusammenfassend beschrieben, einschließlich Hinweisen zur Weiterentwicklung.

Ergebnisse

• Entwicklung der Versorgungsqualität je Qualitätsindikator im Vergleich zum Vorjahr: Gesamtergebnisse auf Basis der Fälle (Patienten)
Betrachtet man die tendenzielle, d.h. statistisch signifikante Veränderung der Versorgungsqualität von 2008 auf 2009 in den 26 Leistungsbereichen, so ist festzustellen, dass sich die Qualität der Versorgung in fast allen Leistungsbereichen erneut verbessert hat oder zumindest gleich gut geblieben ist. Lediglich in 2 Leistungsbereichen sind Qualitätsindikatoren mit negativer Tendenz zum Vorjahr zu finden(Anlage 2).

• Indikatoren mit besonderem Handlungsbedarf
Die Anzahl der Qualitätsindikatoren mit besonderem Handlungsbedarf ist in 2009 mit 17 Qualitätsindikatoren im Vergleich zu 2008 (15) leicht angestiegen, wenn auch nicht auf den Stand von 2007 (20). Eine Übersicht der Veränderungen ist beigefügt, einschließlich ausgewählter Kommentierungen zu den Leistungsbereichen insgesamt (Anlage 3).

• Beurteilung ausgewählter Leistungsbereiche
Im Leistungsbereich ambulant erworbene Pneumonie ist die Versorgungssituation in Deutschland im Erfassungsjahr 2009 insgesamt gut und hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert. Anhand früherer Indikatoren konnte gezeigt werden, dass weder eine undifferenzierte Verlegung von Patienten in Pflegeheime erfolgte noch die Einführung des DRG-Systems zu einer Verschlechterung der Versorgung geführt hat. Die Bundesfachgruppe ist der Auffassung, dass die Erfassung von Daten zur Qualitätssicherung über eine Umsetzung der Empfehlungen der entsprechenden S3-Leitlinie zu einer Verbesserung der Patientenversorgung in der Breite geführt hat. Handlungsbedarf wird für die Weiterentwicklung von Leitlinien gesehen, insbesondere bezüglich der Versorgung alter bzw. palliativ betreuter Patienten. Die Fachgruppe betont, dass die Versorgung der Patienten nur dann weiter optimiert werden kann, wenn die prä- und poststationäre Versorgung künftig in das QS-Verfahren einbezogen wird.

Im Leistungsbereich Mammachirurgie wird explizit darauf hingewiesen, dass die Indikatoren im stationären Bereich höchsten methodischen Ansprüchen genügen und orientiert an nationalen und internationalen Leitlinien kontinuierlich weiterentwickelt wurden. Für zwei noch in 2007 als Indikatoren mit besonderem Handlungsbedarf eingestufte Qualitätsindikatoren (Präparatröntgen und Angabe Sicherheitsabstand) konnte in 2009 der Referenzbereich auf Bundesebene erreicht werden. Es wird Handlungsbedarf gesehen, die Prozesse sektorenübergreifend abzubilden, da die Diagnostik zunehmend im ambulanten Bereich erfolge. Weiterentwicklungspotenzial wird hinsichtlich des Strukturierten Dialogs, der notwendigen Einbindung der Patientenperspektive in die Weiterentwicklung des Verfahrens sowie in bundesweit flächendeckenden Krebsregistern gesehen.

In den Leistungsbereichen Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation, Hüft-Endoprothesenwechsel und –Komponentenwechsel sowie Hüftgelenknahe Femurfraktur wird die Versorgungssituation – trotz gestiegener Anzahl auffälliger Krankenhäuser - insgesamt als zufriedenstellend beurteilt. Die Qualität hat sich im Vergleich zum Vorjahr in Bezug auf verschiedene Indikatoren verbessert. Für eine langfristige Beurteilung der Versorgungsqualität wird eine Zusammenführung der Daten des stationären Aufenthaltes und der ambulanten Nachsorge empfohlen, unter Einbeziehung der Patientenperspektive (beispielsweise Follow-Up ein Jahr nach dem Eingriff bzgl. Komplikationen und Beweglichkeit des Gelenks). Ergänzend wird die zeitnahe Umsetzung eines Endoprothesenregisters empfohlen.

Im Leistungsbereich Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation wird die Versorgungssituation ebenfalls als zufriedenstellend beurteilt; das Qualitätsziel in Bezug auf die Indikationsstellung konnte weiter verbessert werden. Auch hier wird eine langfristige Beurteilung der Versorgungsqualität von der Einführung einer Folgeerhebung (z.B. bzgl. Komplikation und Beweglichkeit des Gelenk ein Jahr nach dem Eingriff) abhängig gemacht.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auf den G-BA-Beschluss vom 20.05.2010, mit dem das AQUA-Institut aufgefordert wurde, die Umsetzung eines sektorspezifischen Follow-Up im Bereich Endoprothesen und im Bereich der Geburtshilfe und Neonatologie (Datenzusammenführung) einschließlich der Erstellung einer Spezifikation vorzubereiten