Das Plenum des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat am 20.05.2010 auf Empfehlung des Unterausschusses Qualitätssicherung beschlossen, die Leistungsbereiche 2010 im Jahr 2011 fortzuführen. Basis für die Empfehlung des Unterausschusses waren die von der Institution nach §137a SGB V (AQUA-Institut) vorgelegten Empfehlungen und Änderungsvorschläge innerhalb des bereits 2010 bestehenden Leistungsspektrums. Die Anlage der Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) wird entsprechend angepasst (Anlage 1). Weitere Ausführungen können den tragenden Gründen zum Beschluss entnommen werden (Anlage 2).

Nach Beschlussfassung werden vom AQUA-Institut die Spezifikationen für das Erfassungsjahr 2011 bis zum 30.06.2010 fertig gestellt und auf der Homepage des AQUA-Instituts (www.sqg.de) veröffentlicht.

Zu 2.
Der G-BA hat das AQUA-Institut aufgefordert, die Umsetzung eines sektorspezifischen Follow-Up im Bereich Endoprothesen und im Bereich der Geburtshilfe und Neonatologie (Datenzusammenführung) einschließlich der Erstellung einer Spezifikation vorzubereiten.

Die sogenannte „Mehrpunktmessung“ sieht eine Fallzusammenführung über zwei zeitlich auseinander liegende Messpunkte für den stationären Bereich vor. Dies kann nur über eine eindeutige Patienten(re-)identifikation gewährleistet werden. Voraussetzung hierfür ist wiederum die Aufnahme von Patientenidentifikationsfeldern (PID) (z.B. Versicherten-Nr.) in die Dokumentationsbögen für die Juni-Spezifikation sowie Etablierung entsprechender Strukturen (Vertrauensstelle).

Das Konzept sieht nunmehr zwar die Aufnahme entsprechender PID-Felder in die Dokumentationsbögen der genannten Leistungsbereiche für die kommende (Juni-) Spezifikation vor, lässt den üblichen QS-Datenexport aber zunächst unverändert. Erst nach Etablierung der Vertrauensstelle im Rahmen der sektorübergreifenden Qualitätssicherung soll auch der PID-Datenexport stattfinden. Durch die Aufnahme eines zusätzlichen Feldes „PID verfügbar“ bleibt es zunächst den Krankenhäusern überlassen, ob das PID Feld ausgefüllt werden kann oder nicht (z.B. mangels Schnittstelle, oder mangels Versicherten-Nr). Händische Eingaben einer PID sind in diesem Konzept ausdrücklich nicht vorgesehen.

Auch die Umsetzung eines sektorspezifischen Follow Up erfordert entsprechende Änderungen der QSKH-RL. Hierüber wird der G-BA voraussichtlich in seiner Plenums-Sitzung im Oktober 2010 zu entscheiden haben. Sobald die Änderungen in Kraft treten, vermutlich zum Januar 2011, sind die Krankenhäuser aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den Software-Anbietern geeignete Wege zu finden, die PID-Felder in den QS-Dokumentationsbögen verfügbar zu machen. AQUA hat in den Beratungen des Unterausschusses zugesichert, die Spezifikationen für den PID-Export zu gegebener Zeit zur Verfügung zu stellen.

Die Übermittlung von PID zur Fallzusammenführung wird ebenfalls integraler Bestandteil der Verfahren zur sektorübergreifenden Qualitätssicherung sein. Wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen zeitnah informieren.