Nach vorausgegangenen Anträgen der Patientenvertreter hat am 13. März 2008 der
G-BA die Aufnahme der Beratungen über die Struktur- und Prozessqualitätssicherungsrichtlinie und die externe Qualitätssicherung der Versorgung herzkranker Kinder und Jugendlichen beschlossen. Im August 2008 wurden die Beratungen hierzu aufgenommen. Nachdem anfänglich beide Aufgaben parallel bearbeitet wurden, entschied man sich 2009 die Entwicklung der Struktur- und Prozessqualitätssicherungsrichtlinie nach § 137 Abs. 1 Nr. 2 SGB V zuerst zu bearbeiten. Diese wurde nun in ihrer ersten Fassung in der 19. Sitzung des G-BA beschlossen.

Die herzchirurgische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit angeborener und erworbener Herzkrankheit darf nach Inkrafttreten der Richtlinie nur noch in Einrichtungen erfolgen, die die festgelegten Kriterien erfüllen.


Hier seien einige wesentliche Kriterien genannt:

- Mindestens zwei Fachärzte/Fachärztinnen (FA) für Herzchirurgie mit der in Anlage 2 zur Richtlinie beschriebenen weiteren Qualifikation.

- Fünf FA für Kinder und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinder-Kardiologie, wobei bis zum 31.12.2012 sich einer der fünf FA noch in Weiterbildung zum Schwerpunkt Kinderkardiologie befinden darf.

- Gemeinsame fachliche Leitung durch einen FA für Kinder und Jugendmedizin mit SP Kinderkardiologie und einem FA für Herzchirurgie mit den in der Anlage 2 zur Richtlinie definierten weiteren Qualifikationen.

- Die kontinuierliche stationäre Versorgung muss von mindestens einem sich zumindest in der Weiterbildung zum Schwerpunkt Kinderkardiologie befindenden, durchgehend anwesenden FA für Kinder- und Jugendmedizin gewährleistet werden.

- 40% der Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes der Intensivstation müssen eine Fachweiterbildung im Bereich Pädiatrische Intensivpflege abgeschlossen haben. Bis zum 31.12.2015 kann anstelle der Fachweiterbildung eine mind. fünfjährige Erfahrung in der pädiatrischen Intensivpflege treten.

- Es muss jederzeit eine fachgebundene pädiatrisch-kardiologische Intensiveinheit verfügbar sein. Operationssaal und Intensiveinheit müssen in einem geschlossenen Gebäudekomplex in räumlicher Nähe mit möglichst kurzen Transportwegen und -zeiten liegen.

- Ein pädiatrisch-kardiologisch ausgerüstetes Katheterlabor muss in einem geschlossenen Gebäudekomplex in räumlicher Nähe zur Intensiveinheit und Pflegestation mit möglichst kurzen Transportwegen und -zeiten liegen.

- Nachweis über die Erfüllung der Anforderungen erfolgt im Rahmen der jährlichen Budgetverhandlungen in Form einer Checkliste (Anlage 3 zur Richtlinie). Übergangsfrist bei Nichterfüllung der Kriterien bis zum 01.04.2011.

Der Beschluss wird in Kürze auf den Informationsseiten des G-BA veröffentlicht und kann unter (http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-unterausschuss/3/) eingesehen werden. Der Beschluss bedarf noch einer Prüfung nach § 94 SGB V und tritt im Falle einer Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.