Nachfolgend geben wir Ihnen noch einmal die nunmehr beschlossenen bzw. konsentierten Änderungen der QSKH-RL zum Erfassungsjahr 2018 zusammenfassend zur Kenntnis. Der aktualisierte Richtlinientext ist abrufbar unter https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1486/QSKH-RL_2017-09-21_iK-2018-01-01.pdf.

Änderungen in § 5 Abs. 3; in § 23 Abs. 2 und in Anlage 3: Einführung weiterer Follow-Up-Verfahren

Die drei Leistungsbereiche Implantierbare Defibrillatoren–Implantation, Implantierbare Defibrillatoren–Aggregatwechsel und Implantierbare Defibrillatoren-Revision/Systemwechsel/Explantation werden zusammengeführt zum Follow-Up-Verfahren „implantierbare Defibrillatoren“. Die beiden Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie werden zusammengeführt zum Follow-Up-Verfahren „Perinatalmedizin“. Für diese Leistungsbereiche gelten zukünftig abweichende Regelungen zum Datenfluss und zu den Auswertungen, die analog zu den schon bestehenden Follow-Up-Verfahren der Endoprothetik und Herzschrittmacherversorgung gesondert in Anlage 3 QSKH-RL geregelt sind. Zu beachten ist, dass die bisherigen Leistungsbereiche ebenfalls beibehalten werden und diese auch weiterhin einzeln in der Sollstatistik auszuweisen sind, d.h. zum Nachweis der Vollzähligkeit sind in der (methodischen) Sollstatistik die Sollzahlen für alle Patientinnen und Patienten und für die Nicht-GKV-versicherten Patientinnen und Patienten gesondert auszuweisen. Dies ist für die Auswertung der Follow-Up Verfahren notwendig, da nur für GKV-Patientinnen und -Patienten eine Verknüpfung im Follow-Up möglich ist.

Änderungen in § 6 und § 7: Quartalsweise Datenlieferungen

Die Regelungen zum Datenfluss und zu den Lieferfristen wurden an die Richtlinie zu planungsrelevanten Qualitätsindikatoren angepasst: Zukünftig sind die Daten bei den direkten und bei den indirekten Verfahren quartalsweise weiterzuleiten. Die Daten sind für alle Leistungsbereiche ab 1. Januar 2018 zu den folgenden Lieferfristen zu übermitteln:

1. Quartal: 15. Mai

2. Quartal: 15. August

3. Quartal: 15. November

4. Quartal: 28. Februar des folgenden Jahres

Zu den erhobenen Datensätzen des jeweils vorhergehenden Quartals zählen in der Regel alle im Quartal entlassenen Patientinnen und Patienten. Solange nicht alle QS-Verfahren auf Entlassungsdatum umgestellt sind, zählen die Januar-Überlieger bei den entsprechenden QS-Verfahren zum 4. Quartal und müssen daher spätestens bis zum 28. Februar übermittelt werden.

§ 9: Neuregelungen zur Datenvalidierung

Als neues Element der Datenvalidierung wird ein gezielter Datenabgleich (Abgleich der QS-Dokumentation mit der Patientenakte) bei dokumentationsauffälligen Krankenhäusern eingeführt, der in bestimmten in der Richtlinie definierten Anlässen erfolgt. Gemäß Plenumsbeschluss vom 17. November 2017 wurde das IQTIG mit der Entwicklung von Kriterien zu Anhaltspunkten für den gezielten Datenabgleich und zur Bewertung der Datenvalidität – einschließlich Erfassungstool und einheitlichem Berichtsformat beauftragt. Die Kriterien sind bis zum 31. Mai 2018 und das Erfassungstool ist bis zum 31. Oktober 2018 vorzulegen (Anlage).

Die Durchführung der Datenvalidierung liegt wie bisher primär beim IQTIG für die direkten bzw. bei den auf Landesebene beauftragten Stellen für die indirekten Verfahren. Darüber hinaus ist nach den Vorgaben des Krankenhausstrukturgesetzes (§137 Abs. 3 i.V.m. §275a Abs. 2 Satz 3 Nr. 2 SGB V) zukünftig der MDK in den Datenabgleich wie folgt eingebunden:

-    In allen Fällen, in denen aus datenschutzrechtlichen Gründen eine direkte Einsicht in Patientenakten nicht möglich ist, muss der MDK mit dem Datenabgleich beauftragt werden, auch im Stichprobenverfahren mit Datenabgleich.

-    Darüber hinaus kann der MDK in folgenden Fällen mit dem Datenabgleich beauftragt werden: Bei Dokumentationsfehlern im Vorjahr mit besonderer Häufigkeit und Relevanz oder bei wiederholten Auffälligkeiten in der statistischen Basisprüfung oder bei festgestellter Nicht-Dokumentation eines Sentinel-Events im Vorjahr.

Validierungen der ESQS-Daten durch den MDK sind stets durch das nach § 14 QSKH-RL verantwortliche Gremium zu beauftragen. Darüber hinaus wurde in den Tragenden Gründen geregelt, dass MDK-Kontrollen zur ESQS-Datenvalidierung nicht unangemeldet erfolgen.

Änderungen in § 23 Abs. 3: Übermittlungsfrist für Risikostatistiken

Es wird klargestellt, dass die Risikostatistiken ebenfalls innerhalb einer vorgegebenen Frist vom Krankenhaus zu übermitteln sind. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass fristgerecht entsprechende Softwareanpassungen in den Krankenhäusern abgeschlossen sind. Außerdem wird die Übermittlungsfrist insgesamt auf den 15. Februar verkürzt. Der hierdurch – im Vergleich zu den Datenlieferfristen der QS-Daten in §§ 6 und 7 - entstehende Zeitraum von zwei Wochen kann für ggf. erforderliche Korrekturlieferungen von QS-Daten genutzt werden.

Änderungen in § 24 Abs. 1 und Abs. 2: Dokumentationsrate von 100%

Den Vorgaben in § 137 Abs. 2 SGB V folgend gilt zukünftig eine Dokumentationsrate von 100 Prozent, die bei Unterschreitung Vergütungsabschläge nach sich zieht, es sei denn, die Unterschreitung war vom Krankenhaus unverschuldet. Das IQTIG berichtet regelmäßig über Auffälligkeiten, die Hinweise auf mögliche Ursachen einer unverschuldeten Unterdokumentation darstellen können und veröffentlicht diese. Hierauf kann das Krankenhaus zur Begründung seiner unverschuldeten Unterdokumentation zurückgreifen. Die auf Landesebene beauftragte Stelle (bei indirekten Verfahren) bzw. das IQTIG (bei direkten Verfahren) geben eine Einschätzung hinsichtlich der vorgebrachten Gründe ab und teilen diese dem Krankenhaus und den Vertragsparteien der örtlichen Pflegesatzverhandlungen schriftlich mit. Die bisherige Regelung zur Verdoppelung der Sanktion bei fortdauernder Unterdokumentation wurde beibehalten. Es ist vorgesehen, neue Leistungsbereiche zu gegebener Zeit in Anlage 2 der QSKH-RL gesondert zu regeln, um eine Anwendung der 100 Prozent-Dokumentationsrate im ersten Erfassungsjahr für diese Leistungsbereiche zu vermeiden.

Änderungen in § 14 QSKH-RL (noch nicht beschlossen)

Auf Antrag der Patientenvertretung im G-BA erfolgt eine Anpassung in § 14 QSKH-RL dahingehend, dass eine Beteiligung der Patientenvertretung nicht nur in den Lenkungsgremien auf Landesebene, sondern auch in den jeweiligen Expertenkommissionen (insbesondere Fachgruppen und Arbeitsgruppen) erfolgt. Diese Anpassung orientiert sich an den Beteiligungsregelungen der Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL), wird rückwirkend zum 1. Januar 2018 in die QSKH-RL aufgenommen und voraussichtlich im März 2018 vom Plenum beschlossen. Der Unterausschuss Qualitätssicherung des G-BA hat am 6. Dezember 2017 hierzu das Stellungnahmeverfahren bei der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) eingeleitet.