Im Juni dieses Jahres legten die GKV-Spitzenverbände einen Vereinbarungsentwurf vor, der eine jährliche Mindestzahl von 20 Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g mit Hinweisen auf die angestrebte zukünftige Erhöhung dieser Menge enthielt und auf die Zentralisierung der neonatologischen Versorgung in sehr große Zentren abzielte. Dagegen definierte ein von der DKG entwickelter Entwurf Struktur- und Prozessqualitätsmerkmale in einem vierstufigen Versorgungskonzept ohne Verwendung des Parameters Mindestmenge. Zielsetzung des DKG-Konzepts war es, eine flächendeckende Versorgung von Neugeborenen in Deutschland zu gewährleisten und gleichzeitig eine nach dem Risikoprofil des Neugeborenen differenzierte Zuweisung in unterschiedliche Versorgungsstufen zu regeln. Hierdurch sollte eine behutsame, ausschließlich medizinisch angemessene Regionalisierung erlaubt und damit die Qualität der neonatologischen Versorgung aller Neugeborenen gesichert werden. 

Am 20.09.2005 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in der Besetzung gemäß § 91 Abs. 7 SGB V eine Vereinbarung über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Neugeborenen auf der Grundlage von § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 SGB V beschlossen. Der Beschluss des GBA wurde von der DKG mitgetragen. Die Vereinbarung entspricht in weiten Teilen dem von der DKG entwickelten Vorschlag, definiert ein Konzept der Versorgung von Früh- und Neugeborenen in vier Stufen und regelt die Anforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der versorgenden Einrichtungen ohne Festlegung einer Mindestmenge. Die Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2006 in Kraft.

In der Anlage 1 der Vereinbarung sind die Qualitätsanforderungen und Aufnahmekriterien für die jeweilige Versorgungsstufe definiert. Der Nachweis über die Erfüllung dieser Voraussetzungen ist von der Einrichtung gegenüber den Krankenkassen vor Ort im Rahmen der jährlichen Pflegesatzverhandlungen zu führen. Für den Nachweis wird derzeit eine Checkliste erarbeitet, die als Anlage 2 Bestandteil der Vereinbarung wird. Die Checkliste wird noch in diesem Jahr vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen. Die DKG-Geschäftsstelle wird hierzu gesondert informieren.