Die Änderungen lassen sich im Einzelnen wie folgt zusammenfassen und sind in einer Arbeitsversion der DKG beigefügt. Wir bitten zu beachten, dass auf Grund der ausstehenden abschließenden Anpassung des OPS-301 für das Jahr 2006 nur die OPS in der Version 2005 aufgeführt sind:

I.  Beschluss vom 20.09.2005 für die Mindestmengenbereiche Nummer 1 bis 5 lt. Anlage 1 der Mindestmengenvereinbarung 

1.  Lebertransplantation (inkl. Teilleber-Lebendspende)

- Anhebung der bestehenden Mindestmenge von 10 auf 20 Eingriffe pro Krankenhaus pro Jahr.
- Streichung der Substitutionseingriffe Leberteilresektion und partielle Lobektomie bei onkologischen Erkrankungen aus der Anlage 1 der Mindestmengen-vereinbarung. Dies betrifft folgende OPS-Kodes: 5-502.0, 5-502.1, 5-502.2,
5-502.3, 5-502.4, 5-502.5, 5-502.x und 5-502.y.
- Unter dem Kode: "5-503.0 Hepatektomie, postmortal" wird nach dem Satz: "Die Aufrechterhaltung der Homöostase für die postmortale Organspende ist im Kode enthalten." der Satz angefügt: "Auf Anfrage sind den zuständigen Krankenkassen von den Krankenhäusern entsprechende Nachweise (u.a. DSO) über die Menge der erbrachten Leistung darzulegen."

2.  Nierentransplantation (inkl. Lebendspende)

- Anhebung der bestehenden Mindestmenge von 20 auf 25 Eingriffe pro Krankenhaus pro Jahr.

3.  Komplexe Eingriffe am Organsystem Ösophagus

- Anhebung der Mindestmenge von 5/5 auf 10 Eingriffe pro Krankenhaus pro Jahr. Der Arztbezug wurde aufgehoben.
- Folgende OPS-Kodes wurden aus der Anlage 1 der Mindestmengenvereinbarung gestrichen: 5-420.00, 5-420.01, 5-420.10, 5-420.11, 5-427.2**, 5-427.x**, 5-427.y und 5-429.2.

4.  Komplexe Eingriffe am Organsystem Pankreas

- Anhebung der Mindestmenge von 5/5 auf 10 Eingriffe pro Krankenhaus pro Jahr. Der Arztbezug wurde aufgehoben.
- Hinter dem Kode: "5-525.4 Pankreatektomie postmortal (zur Transplantation)" wird nach dem Satz: "Die Aufrechterhaltung der Homöostase für die postmortale Organspende ist im Kode enthalten." der Satz angefügt: "Auf Anfrage sind den zuständigen Krankenkassen von den Krankenhäusern entsprechende Nachweise (u.a. DSO) über die Menge der erbrachten Leistung darzulegen."
- Folgende OPS-Kodes wurden aus der Anlage 1 der Mindestmengenvereinbarung gestrichen: 5-521.0, 5-521.1 und 5-521.2.

5.  Stammzelltransplantation (autologe / allogene Knochenmarktransplantation, periphere hämatopoetische Stammzelltransplantation)

- Anhebung der Mindestmenge von 12 +-2 [10 bis 14] auf  25 pro Krankenhaus pro Jahr.

Der Beschluss tritt mit Wirkung zum 01.01.2006 in Kraft.


II.  Mindestmengenbereich Nummer 6 lt. Anlage 1 der  Mindestmengenverein-barung (Knie-TEP)

Der GBA hatte in seiner Sitzung am 16.08.2005 für den Bereich Knie-TEP die Festlegung einer Mindestmenge von 50 Eingriffen pro Krankenhaus (Betriebsstätte) pro Jahr beschlossen. Krankenhäuser, die im Jahr 2005 zwischen 40 und 49 Knie-TEPs erbracht haben und im BQS-Verfahren des Jahres 2004 die festgelegten Referenzwerte  erreichen, erhalten eine Karenzzeit von einem Jahr. Nach internen Beratungen in den Gremien des GBA, unter Einbeziehung der Fachexperten, wurde für das Verfahren der nachfolgend aufgeführte Beschluss in der Sitzung des GBA am 20.09.2005 gefasst:

"Nach den Worten: 5-822.9** Sonderprothese (Subklassifikation) wird folgender Text eingefügt:

Krankenhäuser, die im Jahr 2005 zwischen 40 und 49 Kniegelenk-Totalendoprothesen erbracht haben und im Bundesverfahren der externen stationären Qualitätssicherung des Jahres 2004 gemäß den folgenden Anforderungen die Kriterien guter Qualität erfüllen, erhalten eine Karenzzeit von einem Jahr.

1. Die Beurteilung der Kriterien guter Qualität im Sinne der Übergangsregelung erfolgt auf der Basis der Daten der externen stationären Qualitätssicherung bei der BQS für das Verfahrensjahr 2004 im Leistungsbereich Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation zu fünf ausgewählten Qualitätsindikatoren (QI).

2. Es handelt sich dabei um die Qualitätsindikatoren:
• QI 1: Indikation
• QI 2: Letalität
• QI 3: Postoperative Beweglichkeit
• QI 4: Risikoadjustierte postoperative Wundinfektion
• QI 5: Neu aufgetretene Dekubitalulzera (Grad 2-4)
     
Qualitätsindikator Referenzbereich BQS-
Kennzahl-ID#
QI 1: Indikation >= 82,17% 44534
QI 2: Letalität* <= 0,10% 45060
QI 3: Postoperative Beweglichkeit* >= 60,79% 65537
QI 4: Risikoadjustierte postoperative Wundinfektion*
<= 1% 47406
QI 5: Neu aufgetretene Dekubitalulzera (Grad 2-4)*
<= 0,47% 50656
* Ergebnisqualität: auffällig bei statistisch signifikanter Abweichung vom Referenzbereich, d.h. wenn der zweiseitige 95%-Vertrauensbereich für Anteile nach Pearson-Clopper bzw. Normalverteilungsapproximation [Hartung J. (2002): Statistik: Lehr- und Handbuch der ange-wandten Statistik, S.202-205] vollständig außerhalb des definierten Referenzbereichs liegt.
# Referenz:
 BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH: Qualitätsindikatoren zum Leistungsbereich Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation, Verfahrensjahr 2004. Online verfügbar unter: http://www.bqs-qualitaetsindikatoren.de/2004/ergebnisse/leistungsbereiche/ knie_tep_erst/index_html [Recherchedatum: 08.09.2005]
 BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH: Qualitätsindikatoren zum Leistungsbereich Pflege: Dekubitusprophylaxe, Verfahrensjahr 2004. Online verfügbar unter: http://www.bqs-qualitaetsindikatoren.de/2004/ergebnisse/leistungsbereiche/dek/index_html [Recherchedatum: 08.09.2005]


3. Gute Qualität im Sinne der Übergangsregelung gilt als erreicht, wenn bei den Ergebnissen des Krankenhauses für die QI 1 und 2 keine und für die QI 3-5 bei nicht mehr als einem Qualitätsindikator Abweichungen vom Referenzbereich auftreten.

4. Ergebnisse von Krankenhäusern, die die Kriterien guter Qualität im Sinne der Übergangsregelung nicht erfüllen, können auf Wunsch des Krankenhauses von der AG Mindestmenge des Unterausschusses sonstige stationäre Qualitätssicherung des Gemeinsamen Bundesausschusses gemäß § 91 Abs. 7 SGB V, einer weiteren Analyse unterzogen werden. Durch einvernehmliches Votum der AG Mindestmenge kann Krankenhäusern nach der Einzelfallanalyse das Erreichen der Kriterien guter Qualität im Sinne der Übergangsregelung attestiert werden.

5. Krankenhäuser mit einer Dokumentationsrate von weniger als 95% nach QS-Filter-Sollstatistik im Leistungsbereich Knie-TEP-Erstimplantation im Verfahrensjahr 2004 werden von der Übergangsregelung ausgeschlossen."


Weiterführende Informationen zu diesen Qualitätsindikatoren und der Interpretation wurden von der BQS-Geschäftsstelle im aktuellen Newsletter unter www.bqs-online.de veröffentlicht.

Der Beschluss tritt mit Wirkung zum 20.09.2005 in Kraft.

Im Ergebnis der Sitzung des GBA wurden durch die Geschäftsstelle der DKG die Beschlüsse in die beigefügte Anlage 1 der Mindestmengenvereinbarung vorab eingearbeitet. Wir bitten zu beachten, dass es sich dabei um eine vorläufige Arbeitsversion der DKG handelt. Die verbindliche Endversion wird in Kürze auf der Homepage des GBA unter www.g-ba.de veröffentlicht.