Verfahren 1: Perkutane Koronarintervention und Koronarangiografie

Für das Verfahren 1, QS-PCI, wurden für die Jahre 2017 und 2018 die Fristen des IQTIG zur Erstellung der Berichte geändert.

Wesentlich ist für die Krankenhäuser, dass auch für das - kommende - Erfassungsjahr 2017 keine Vergütungsabschläge bei Unterdokumentation der Datensätze vorgenommen werden. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Strukturen auf Landesebene noch nicht etabliert sind und eine der Richtlinie entsprechende Datenerhebung, Datenübermittlung und Ergebnisbewertung nicht möglich ist.

Verfahren 2: Vermeidung nosokomialer Wundinfektionen

Für das Verfahren 2, Vermeidung nosokomialer Infektionen, postoperative Wundinfektionen, wurden wesentliche Ergänzungen eingefügt.

Das Verfahren besteht aus zwei Teilen. Zum einen einer Datenerhebung zur Bestimmung der Raten an postoperativen Wundinfektionen und zum anderen einer Einrichtungsbefragung zur Compliance von Hygieneanforderungen. Die Wundinfektionsraten werden nur für Operationen der Fachgebiete Chirurgie/Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Urologie und Herzchirurgie ausgewertet, wobei die Erhebung im Krankenhaus bei Vorliegen der entsprechenden OPS-Codes unabhängig davon erfolgt, ob das jeweilige Fachgebiet spezialfachärztlich im Krankenhaus vertreten ist oder ob das jeweilige Fachgebiet durch die Krankenhausplanung dem Krankenhaus zugewiesen wurde. Im vertragsärztlichen Bereich erfolgt die Datenerhebung dagegen nach Facharztgruppen. Die QS-Auslösung ergibt sich dabei durch Vorliegen des OPS-Codes in Kombination mit einer entsprechenden Facharztnummer.

Insgesamt können über 4 Millionen chirurgische Eingriffe über dieses Verfahren auf postoperative Wundinfektionen hin einem Monitoring unterzogen werden.

Der Großteil der Datenerfassung geschieht ohne händische Datenerfassung. Die Operationen, denen eventuell auftretende Wundinfektionen zugeordnet werden (sogenannte „Tracer-OPs“), werden aus Abrechnungsdaten der Krankenhäuser, Vertragsärzte und der Krankenkassen erhoben. Einzig die Diagnose einer stationären Behandlung erfordernde Wundinfektion muss im Krankenhaus gestellt und über einen Bogen erhoben werden. Hierzu werden sogenannte „potentielle Wundinfektionen“ über die QS-Auslösung identifiziert und die entsprechenden Erhebungsbögen im Krankenhaus ausgelöst. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass diese Bögen für die Daten der Diagnose zu den Wundinfektionen wegen der Latenzzeit zwischen Operation und Auftreten der Wundinfektion nicht unbedingt in dem Krankenhaus, welches die Operation durchgeführt hat, ausgelöst werden. Nachbeobachtungszeiten sind 30 Tage bei Eingriffen ohne Implantat und 365 Tage bei Eingriffen mit Implantat. Auch ICD-Codes, die primär nicht als Wundinfektionen imponieren, wie I33.9 (akute Endokarditis, nicht näher bezeichnet) oder I80.0 (Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis oberflächlicher Gefäße der unteren Extremitäten) oder M72.81 (sonstige Fibromatosen: Schulterregion [Klavikula, Skapula, Akromioklavikular-, Schulter-, Sternoklavikulargelenk]) lösen Bögen im Krankenhaus aus. Wird ein entsprechender Bogen ausgelöst, ist im Kern die Frage zu beantworten, ob dieser ICD eine postoperative Wundinfektion zu Grunde liegt. Es ist absehbar, dass die Auslösung der QS-Erhebungsbögen bei diesen im Allgemeinen relativ selten kodierten Diagnosen, insbesondere am Beginn des Verfahrens, Fragen aufwerfen und von einem großen Informationsbedarf begleitet sein wird.

Die Übermittlung der Abrechnungsdaten des Krankenhauses und der Bögen zu den potentiellen Wundinfektionen erfolgt vierteljährlich bis zum 15. Mai, 15. August, 15. November und 28. Februar des auf das Erfassungsjahr folgenden Jahres.

Die Rate der Wundinfektionen wird berechnet auf Basis der Anzahl aller stationär, ambulant oder ambulant am Krankenhaus durchgeführten Operation in den o.g. Fachgebieten und der dabei nachfolgend aufgefallenen und übermittelten Wundinfektionen sowie aller stationär und ambulant durchgeführten Operationen (in den o.g. Fachgebieten) mit Wundinfektionen mit Methicillin-resistenten Staphylococcus aureaus pro Jahr. Aufgrund der Rechtslage mit der Ermächtigung zur Datenerhebung durch den § 299 SGB V werden die Daten nur bei gesetzlich krankenversicherten Patientinnen und Patienten erhoben.

Zusätzlich werden nach jedem Erfassungsjahr, also erstmals bis zum 28. Februar 2018, u.a. Daten zur Compliance von Hygienemaßnahmen, die auf die Vermeidung von postoperativen Wundinfektionen zielen, erhoben. Diese umfassen Leitlinien/ Arbeitsanweisungen/Standards zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe, zur Antibiotika-Initialtherapie, zur Vorbereitung des OP-Gebiets, zum Verbandwechsel und zur Wundversorgung, zur Sterilgutaufarbeitung sowie zum Entlass- und Überleitungsmanagement. Auch werden Hygieneschulungen und der Händedesinfektionsmittelverbrauch auf Intensiv- und Allgemeinstationen, Praxen/MVZ erfasst. Diese Daten werden in Form einer Einrichtungsbefragung erhoben. Belegärzte können hierzu auf die Daten des Krankenhauses zurückgreifen, wenn diese für ihre Abteilungen zutreffend sind (§ 5 Abs. 4, Teil 2: Themenspezifische Bestimmungen zu Verfahren 2 (QS WI)). Im Stellungnahmeverfahren werden vertragsärztlich im Krankenhaus Tätige und das Krankenhaus gemeinsam angesprochen (§ 12, Teil 2: Themenspezifische Bestimmungen zu Verfahren 2 (QS WI)).

Das Verfahren wird aufgrund seiner Komplexität und dem zu erwartenden Schulungsbedarf für die Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus für 5 Jahre als Erprobung durchgeführt und danach evaluiert, ob es weiter geführt werden soll.