An der Befragung haben bundesweit 143 Perinatalzentren (62%) und 36 Weiterbildungsstätten für die pädiatrische Intensivpflege (88%) teilgenommen. Der Abschlussbericht des DKI liegt nunmehr vor (Anlage).

Die wesentlichen Ergebnisse der zweiten Perinatalbefragung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

•    Etwa die Hälfte der Perinatalzentren (Level-2-Zentren 73%; Level-1-Zentren 39%) erreicht aktuell die in der QFR-RL geforderten Personalschlüssel (1:1 für intensivtherapiepflichtige und 1:2 für intensivüberwachungspflichtige Kinder) bzw. erwartet dies ab 2017.

•    Bei Berücksichtigung der in 2016 eingeführten Stichtagsregelung der QFR-RL, wonach Pflegekräfte ohne Fachweiterbildung mit fünfjähriger Berufserfahrung in der neonatologischen Intensivpflege unter bestimmten Bedingungen stichtagsbezogen auf die Fachweiterbildungsquote angerechnet werden, erfüllen 93% die erforderlichen Fachweiterbildungsquote (ohne Stichtagsregelung 26%).

•    60% der Perinatalzentren in Deutschland haben Stellenbesetzungsprobleme im Bereich der pädiatrischen Intensivpflege (Level 1: 71%; Level 2: 32%).

•    Die Personalkosten in der neonatologischen Intensivpflege sind bundesweit von 294,6 Mio. € (2013) auf 349,1 Mio. € (2015) gestiegen (+ 18%).

•    Um die Vorgaben der QFR-RL vollumfänglich erfüllen zu können, ist von einem personellen und finanziellen Mehrbedarf von bis zu 1.750 Vollkräften (+ 28%) bzw. von bis zu 95 Mio. € (+ 27%) auszugehen.

•    Weitere Mehrkosten resultieren aus Personal zur Kompensation von Freistellungen für Fachweiterbildungen (bis zu 30,9 Mio. € und 580 zusätzliche Vollkräfte) und zur Abdeckung von Belegungsspitzen (bis zu 38,6 Mio. € und 712 zusätzliche Vollkräfte).

•    Der Stellenzuwachs an Vollkräften in der neonatologischen Intensivpflege seit 2013 liegt bei 490 Vollkräften oder 8%.

•    Im Jahr 2016 wurden insgesamt etwa 700 Weiterbildungsplätze vorgehalten, wovon 500 Plätze besetzt waren (71%).

•    Die Anzahl des fachweitergebildeten Pflegepersonals ist von 1.883 (2013) auf 1.920 Vollkräfte (2015) gestiegen (+ 2%).

Im Ergebnis zeigt das Gutachten, dass viele Perinatalzentren die Personalvorgaben mangels entsprechender personeller und finanzieller Ressourcen bis auf weiteres nicht vollständig umsetzen können.

Dieser Sachverhalt wird derzeit in den Gremien des G-BA diskutiert. Die DKG fordert dabei eine Richtlinienänderung, um die Versorgung der Früh- und Reifgeborenen auch über 2016 hinaus nicht zu gefährden.