Die Beschlüsse werden auf den Internetseiten des Gemeinsamen Bundesausschusses unter www.g-ba.de veröffentlicht (Anlage 1).

Bericht zur Weiterentwicklung der Risikoadjustierung für den Leistungsbereich Pflege Dekubitusprophylaxe

Das AQUA-Institut war im Oktober 2013 in seiner Funktion als Institution nach § 137a SGB V (a. F.) vom G-BA mit der Weiterentwicklung der Risikoadjustierung für den Leistungsbereich Pflege: Dekubitusprophylaxe beauftragt worden (Anlage 2). Ein Weiterentwicklungsbedarf ergab sich aus Hinweisen auf ein Verbesserungspotenzial des bisherigen Risikoadjustierungsmodells, da laut AQUA mit der zwischenzeitlich erfolgten Umstellung des Verfahrens auf Routinedaten wesentliche Parameter des vorherigen Modells zur Risikoadjustierung nicht mehr abbildbar waren.

Das Ziel der Weiterentwicklung der Risikoadjustierung ist die Entwicklung eines Modells, das die individuellen Risiken eines Patienten berücksichtigt, der während eines stationären Aufenthalts im Krankenhaus einen Dekubitus entwickelt.

Die DKG hatte mit Unterstützung von Experten zum Bericht mehrfach Stellung genommen. Neben einem Fehler in der Formelberechnung der PAR (population attributable risk, d. h. welcher Anteil der Erkrankungen auf die Exposition – hier Dekubitus – zurückzuführen ist), der zwischenzeitlich korrigiert wurde, ist insbesondere zu kritisieren, dass in dem Bericht als Zielvariable die Prävalenz und nicht, wie beauftragt, die Inzidenz von Decubitalulcera herangezogen wurde.

AQUA gibt hierzu an, dass in der Literatur ebenfalls keine Unterscheidung zwischen Prävalenz und Inzidenz von Dekubitalulcera gemacht werde. Da dies auch auf Basis der verfügbaren Daten nicht möglich, jedoch für die Gewichtung der Risikofaktoren maßgeblich sei, hatte AQUA vorgeschlagen, das Modell auf der Grundlage der ersten erhobenen Daten anzupassen.

Das Plenum verständigte sich am 17. Dezember 2015 zunächst auf Nichtabnahme des Berichts und weitere Nachbesserungen. Die DKG hält das von AQUA entwickelte Risikoadjustierungsmodell nach wie vor für nicht zielführend. Das Modell wird im nachgebesserten Bericht nun als beispielhaft bezeichnet. Die Beratungen hierzu werden zu gegebener Zeit mit dem IQTIG weitergeführt.

Bericht zur „Entwicklung eines Leistungsbereichs Mitralklappeneingriffe“

Mit Beschluss vom 22. Januar 2015 ist die Institution nach § 137a SGB V (a. F., AQUA-Institut) mit der Entwicklung eines Leistungsbereichs Mitralklappeneingriffe beauftragt worden (Anlage 3).

Aufgrund der zunehmenden Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden und einer hohen Fallzahlausweitung hatte die Bundesfachgruppe Herzchirurgie beantragt, die Mitralklappeneingriffe der externen stationären Qualitätssicherung zuzuführen. Aufgrund der rasanten technischen Entwicklung bei diesen Eingriffen existieren derzeit nur wenige Leitlinienempfehlungen mit einem hohen Evidenzgrad. Die Mitralklappeneingriffe waren vor 10 Jahren schon einmal Bestandteil der ESQS, wurden aber aufgrund guter Ergebnisse seinerzeit ausgesetzt.

Die DKG konnte in den Beratungen deutlich machen, dass der lange Aussetzungszeitraum keine „Wiederaufnahme“ sondern die Neuentwicklung eines QS-Verfahrens erfordert. Vor diesem Hintergrund hatte das AQUA-Institut mit einem interdisziplinär zusammengesetzten Expertenpanel 14 Qualitätsindikatoren mit teilweise langen Follow-Up-Zeiträumen (z .B. „Sterblichkeit nach 365 Tagen“ und „erneuter Mitralklappeneingriff nach 365 Tagen“) entwickelt. Eine Besonderheit ist, dass der Qualitätsindikator „Leitlinienkonforme Indikationsstellung“, vom Panel als einziger Prozessindikator auf der Basis eines Flussdiagramms konzipiert wurde.

Wenngleich die Experten im Panel sich hiermit bestmöglich der Problematik der erforderlichen differenzierten Betrachtung der unterschiedlichen Patientenpopulationen genähert haben, werden viele Auffälligkeiten letztlich erst im Strukturierten Dialog geklärt werden können.

Die DKG hatte zum Vorbericht eine Stellungnahme abgegeben (Anlage 4).

Die Beratungen über die Umsetzung dieses Verfahrens, das unter Verwendung von Sozialdaten bei den Krankenkassen konzipiert ist, dauern derzeit noch an. Eine Verwendung von Sozialdaten bei den Krankenkassen ist im Rahmen der QSKH-RL bislang nicht möglich.

Die Berichte wurden gemäß G-BA Beschluss auf den Internetseiten der Institution nach § 137a SGB V (a. F.) veröffentlicht:

https://sqg.aqua-institut.de/projekte/weiterentwicklung-der-risikoadjustierung-fuer-lb-dekubitus.html

https://sqg.aqua-institut.de/projekte/mitralklappeneingriffe.html