Im „Fall des Monats Mai 2016“ geht es um ein wichtiges und offenbar nicht ganz seltenes Problem: Die optimale palliative Betreuung sterbenskranker bzw. sterbender Menschen im Krankenhaus. Im beigefügten Fall werden eindrucksvoll auf Missstände nicht nur in der Betreuung einer Patientin hingewiesen, mit deren Ableben in den nächsten Tagen gerechnet wurde, sondern auch auf Defizite in der Teamarbeit.

Dieser Fall ist aus Sicht von Experten kein Einzelfall, sondern hat durchaus exemplarische Aspekte, die z.B. die Kommunikation im Team über Behandlungsziele, Prioritäten und Maßnahmen von Menschen in der letzten Lebensphase beinhalten. Bei der Analyse dieses Falls hebt der Fachexperte hervor, dass „gerade im sensiblen Bereich der symptomorientierten pflegerischen Betreuung in der Terminalphase für alle Beteiligten klar sein und vermittelt werden muss, dass bestimmte Maßnahmen zur Symptomlinderung notwendig sind und auch ergriffen werden müssen, um Leidenslinderung, Komfort und ein Sterben unter würdigen Bedingungen zu ermöglichen.“ Es ist wichtig, dass sowohl den Bedürfnissen des Patienten wie auch den Bedürfnissen der Pflegenden und Ärzte in einer von Zwängen geprägten Arbeitssituation angemessen begegnet wird. Da immer noch die meisten Menschen im Krankenhaus sterben, muss für eine gute palliative Betreuung in der Terminalphase gesorgt werden. Dazu gehören „personelle, räumliche und organisatorische Ressourcen sowie eine gute Kommunikationsstruktur und Kompetenz aller Prozessbeteiligten in palliativen Grundprinzipien.“ Obwohl viele Ärzte und Pflegende mittlerweile eine palliative Zusatzqualifikation erlangt haben, zeigt dieser CIRS „Fall-des-Monats“, dass immer noch Defizite vorhanden sind, um ein Sterben im Krankenhaus unter menschenwürdigen Bedingungen zu ermöglichen. In den letzten Jahren sind verschiedene Initiativen entstanden, die die Situation schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zum Thema haben und für eine bessere Betreuung Empfehlungen geben. Hierzu verweisen wir auf den Fachkommentar.

Der beschriebene Fall ist unter http://www.kh-cirs.de/faelle/index.html abrufbar.

Weitere Informationen zum Thema Patientensicherheit/Veranstaltungshinweise:

a) Aktionsbündnis Patientensicherheit APS - Nachlese zur APS Jahrestagung am 14. und 15. April 2016

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) hatte seine 11. Jahrestagung vom 14. bis 15. April 2016 in Berlin unter das Motto „Patientensicherheit kann man lernen – Wie kommt das Wissen in die Praxis“ gestellt. Viele Themen fokussierten darauf, welches Wissen für welche Berufsgruppen wirklich relevant ist und wie dieses am besten vermittelt werden kann, Arbeitsgruppen des APS stellten neue Handlungsempfehlungen vor, z.B. für den optimalen Betrieb des Fehlerberichts- und Lernsystems CIRS (Critical Incident Reporting System) oder den aktuellen Stand beim klinischen Risikomanagement.

Im Rahmen der Jahrestagung vergab APS den „Deutschen Preis für Patientensicherheit 2016“. Der mit 10.000 Euro dotierte erste Preis ging dieses Jahr an das Projekt „Patient Blood Management“, einer Studiengruppe um Professor Dr. med. Dr. Kai Zacharowski vom Universitätsklinikum Frankfurt. Der Preisträger hatte eine Methode zum Blutmanagement bei Operationen entwickelt, mit dem Blut perioperativ möglichst sparsam eingesetzt wird. Bei dem verbesserten Blutmanagementsystem werden jene Patienten identifiziert, die ein erhöhtes Risiko einer Anämie haben. Ihre Hämoglobinwerte werden vor der Operation erhöht. Dadurch sollen sich bis zu zehn Prozent der Bluttransfusionen verringern lassen. Das Projekt, das die Studie mit fast 130.000 Patienten kürzlich beendet hat, überzeugte die Jury durch eine konsequente und erfolgreiche Umsetzung in über 100 Kliniken deutschlandweit. Den zweiten Preis sprach die Jury dem Königin Elisabeth Herzberge Krankenhaus (KEH) in Berlin für sein Konzept zur Vermeidung postoperativer Verwirrtheitszustände zu. Auch dieses Konzept erreichte eine deutliche Abnahme unerwünschter Ereignisse. Das Programm wurde für seine beispielgebende Konzeption, Umsetzung und Evaluation ausgezeichnet und zeigt zudem, dass auch außerhalb universitärer Einrichtungen nachahmenswerte Projekte mit messbarem Erfolg umgesetzt werden können. Mit dem dritten Preis wurden diesmal zwei Projekte ausgezeichnet, die sich jeweils der Optimierung der Notfallversorgung widmen. Mediziner der Dresdner Universitätsklinik und des Universitätsklinikum der RWTH Aachen hatten Konzepte eingereicht, die die Patientenversorgung in Notfällen sicherer macht.

Internationaler Tag der Patientensicherheit am 17.9.2016

Auch dieses Jahr rufen das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) und seine Partner, zu denen auch die DKG gehört, zum Internationalen Tag der Patientensicherheit/International Patient Safety Day auf. Mit diesem Tag bietet das APS eine Plattform für das gemeinsame Engagement aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Der Aktionstag findet am und um den 17. September 2016 statt, wobei alle Krankenhäuser eingeladen sind, daran aktiv und öffentlichkeitswirksam teilzunehmen. Das diesjährige Schwerpunktthema ist „Medikationssicherheit“. Unter der bekannten Internetseite www.tag-der-patientensicherheit.de gibt es die Möglichkeit, die Aktion/Veranstaltung online einzutragen und in einer interaktiven Deutschlandkarte anzeigen zu lassen. Aktivitäten können von einem „Tag der offenen Tür“, Patientenforen oder Podiumsdiskussionen über Weiterbildungsveranstaltungen für Mitarbeiter und Informationsveranstaltungen für Patienten bis hin zur Präsentation von Selbsthilfegruppen reichen. Neben dem Schwerpunktthema können auch gern andere Themen der Patientensicherheit präsentiert werden. Ziel aller Aktionen und Veranstaltungen soll sein, wirksame Lösungsansätze für mehr Qualität und Sicherheit in der medizinischen Versorgung zu präsentieren, die Sensibilisierung für zentrale Themen rund um Patientensicherheit zu stärken, Modellprojekte vorzustellen und eine aktive Diskussion anzuregen.

b) KTQ-Forum am 14./15.10.2016

Das diesjährige Schwerpunktthema des 16. KTQ-Forum am 14./15. Oktober 2016 steht unter dem Motto: „Keine Angst vor Wettbewerb - KTQ® als stabiles Fundament im Gesundheitswesen“. Es findet wieder im Andel`s Hotel Berlin, Landsberger Allee 106, 13069 Berlin statt, präsentiert sich aber in einem anderen Format: In diesem Jahr wird eine Abendveranstaltung am Freitag, den 14. Oktober von 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr den Auftakt zum 16. KTQ-Forum geben. Beginnend mit einem Impulsvortrag zum Schwerpunktthema, wird anschließend in geselliger Atmosphäre und bei gutem Essen der KTQ-Award 2016 verliehen. Am Samstag, den 15. Oktober 2016 von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr gibt es spannende und praxisnahe Vorträge zum Thema Wettbewerb im Gesundheitswesen. Hierbei soll vor allem gezeigt werden, wie die Umsetzung und der Nachweis exzellenter Qualität basierend auf dem KTQ-Modell das Erreichen von Spitzenpositionen ermöglicht, in denen sich KTQ-zertifizierte Einrichtungen entscheidend gegenüber Mitbewerbern positionieren. Die abschließende Podiumsdiskussion gibt dann noch einmal Raum für einen regen und informativen Austausch. Zudem informiert die Geschäftsführung über die Weiterentwicklung der KTQ-Kataloge für die Bereiche Rehabilitation, Pflege und Praxen/MVZ im Hinblick auf die Abbildung von vernetzten Versorgungsstrukturen im KTQ-Verfahren.

Weitere Informationen zum Programm und zu den Anmeldemöglichkeiten folgen in Kürze auf der Homepage www.ktq.de im Bereich Forum.

Auch in diesem Jahr sind alle KTQ-zertifizierten Einrichtungen herzlich eingeladen, sich um den KTQ-Award 2016 zu bewerben. Die Ausschreibung erfolgt zum Schwerpunktthema des 16. KTQ-Forums: Keine Angst vor Wettbewerb – KTQ® als stabiles Fundament im Gesundheitswesen. Kaum ein Thema wird in der öffentlichen Diskussion so kontrovers behandelt wie der „Wettbewerb im Gesundheitswesen“. Unumstritten ist, dass die Qualität zukünftig die zentrale Rolle mit entscheidendem Einfluss auf die ökonomische Steuerung des Leistungsgeschehens in deutschen Gesundheitseinrichtungen einnehmen wird! Diesen neuen Herausforderungen müssen sich alle Einrichtungen stellen, um langfristig Standorte und damit auch ihren Versorgungsauftrag in der Region sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund vergibt die KTQ-GmbH den diesjährigen KTQ-Award für innovative und nachhaltige Projekte zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtung. Auszeichnungswürdig sind dabei Projekte, die dauerhaft die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit sichern konnten und mit exzellenter Qualität zur langfristigen Standortsicherung beigetragen haben.

Weitere Informationen und die Ausschreibungsunterlagen sind auf der Homepage www.ktq.de unter dem Link Award zu finden.

c) Seminarkongress des Collegium Medicinae Italo-Germanicum vom 28.8.2016 bis 2.9.2016

Vom 28. August bis 2. September 2016 findet in Grado/Italien der 48. Internationale Seminarkongress des Collegium Medicinae Italo-Germanicum in Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer Hessen statt. Schwerpunktthemen der Seminare sind z.B. Palliativmedizin, Seltene Erkrankungen, Medizin in Zeiten globaler Epidemien, Sozial-, Gesundheits- und ärztliche Berufspolitik, interdisziplinäre Gespräche, etc. Die Anerkennung der Veranstaltung für den Erwerb von Fortbildungspunkten wird bei der Hessischen Landesärztekammer beantragt. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung erteilt Frau Pfaff von der Landesärztekammer Hessen: stephanie.pfaff@laekh.de (Tel.: 06043/782).