Im „Fall des Monats Februar 2016“ wurde ein Patient bewusstlos und ohne personenidentifizierende Dokumente im Krankenhaus aufgenommen. Da niemand vom Personal über Kenntnisse verfügte, wie der Patient ohne Daten im KIS aufgenommen werden kann, verzögerten sich entsprechende Abläufe in der Notfalldiagnostik. Der/die Meldende hat selbst schon erkannt, dass fehlende Prozessbeschreibungen sowie fehlende Schulung der Mitarbeiter für Aufnahmen außerhalb der Regelarbeitszeiten der Patientenaufnahme für diese Situation verantwortlich waren. Um ähnliche Situationen in anderen Krankenhäusern zu vermeiden, bitten wir um Beachtung des beigefügten Fachkommentars der CIRS-Steuergruppe.

Der beschriebene Fall ist unter http://www.kh-cirs.de/faelle/index.html abrufbar.

Aus aktuellem Anlass zwei weitere Neuigkeiten:

1) Der neue KTQ-Katalog für den Bereich Krankenhaus ist jetzt erschienen

Die „Kooperation für Transparenz und Kooperation im Gesundheitswesen“ hat vor kurzem einen neuen, überarbeiteten KTQ-Katalog Version 2015 für den Bereich Krankenhaus herausgegeben. Damit greift die KTQ-GmbH aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen auf und gewinnt dabei gleichzeitig an Praxisnähe und Anwenderfreundlichkeit. Im Fokus der Weiterentwicklung stand das Thema Risikomanagement und damit die Berücksichtigung der im Jahr 2014 aktualisierten Qualitätsmanagement-Richtlinie Krankenhäuser (KQM-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses. Mit dem KTQ-Verfahren können die Einrichtungen die Umsetzung der Anforderungen dieser Richtlinie nachweisen und zusätzlich die Empfehlungen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und die Forderungen des Patientenrechtegesetzes abbilden.

Grundlegend für das KTQ-Verfahren sind dabei weiterhin die sechs zentralen Kategorien: Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit – Risikomanagement, Informations- und Kommunikationswesen, Unternehmensführung und Qualitätsmanagement. Der neue KTQ-Katalog soll die Mitarbeiter in besonderer Weise für die wichtigen Themen wie beispielsweise die Sicherheitskultur sensibilisieren. Gleichzeitig erhält die Klinik einen genauen Überblick über den aktuellen Status durch einen übersichtlichen und gut lesbaren Selbstbewertungsbericht. Zudem führen die veränderten Anforderungen an den Selbstbewertungsbericht ab der zweiten Rezertifi-zierung insbesondere in der Vorbereitungsphase zur Zertifizierung zu einer erheblichen Arbeitserleichterung innerhalb der Projektgruppen.

Der neue KTQ-Katalog stellt in der vorliegenden Form eine Weiterentwicklung dar, die den klinischen Bezug, die Interdisziplinarität und die neuen Prozesse und Strukturen in den Kliniken in den Fokus stellt. Damit sind die Kliniken in der Lage, die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Einrichtung nachhaltig zu stärken. Nähere Informationen sind auf der KTQ-Website einzusehen: www.ktq.de.

Wir möchten Ihnen außerdem mitteilen, dass KTQ gerade das 2000te Zertifikat im Krankenhausbereich vergeben hat.

2) DAkkS akkreditiert Zertifizierungsstellen im Bereich Gesundheitsversorgung nach DIN EN 15224

Als eine der ersten Akkreditierungsstellen in Europa bietet die DAkkS jetzt eine Akkreditierung für Stellen an, die Qualitätsmanagementsysteme für Dienstleister in der Gesundheitsversorgung zertifizieren. Grundlage für die Zertifizierung ist die bereichsspezifische Managementsystemnorm DIN EN 15224:2012. Diese stellt sicher, dass Gesundheitsdienstleistungen die Anforderungen auf gleichbleibendem Niveau erfüllen. Dies betrifft die Gestaltung der klinischen Prozesse sowie deren Risikomanagement. Auch wenn über bestehende gesetzliche Regelungen wie das Patientenrechtegesetz verpflichtende Vorgaben für die Einrichtungen des Gesundheitswesens existieren, muss die systematische und umfassende Planung und Anwendung der Risikobeurteilung nachgewiesen werden. Eine Akkreditierung für den Zertifizierungsbereich der DIN EN 15224 erfolgt auf der Grundlage der allgemeinen Anforderungen der DIN EN ISO/IEC 17021-1, der Norm für Stellen, die Managementsysteme zertifizieren und auditieren. Die speziellen Anforderungen an die Akkredi-tierung sind in der „DakkS-Regel 71 SD 6 053“ beschrieben, die auf der DAkkS-Website veröffentlicht ist (http://www.dakks.de/).

Die DAkkS weist darauf hin, dass der Geltungsbereich der Akkreditierung bei der Antragstellung spezifiziert werden muss. Dieser unterteilt sich in folgende Sektoren des Gesundheitswesens:

•    SG 1: Einrichtungen zur stationären Akutversorgung (Kliniken)

•    SG 2: Einrichtungen zur ambulanten Akutversorgung (z.B. Medizinische Versorgungszentren,  Arztpraxen)

•    SG 3: Einrichtungen zur stationären oder ambulanten Rehabilitation

•    SG 4: Apotheken

•    SG 5: Rettungsdienste

•    SG 6: Einrichtungen für Psychosomatik und Psychiatrie

•    SG 7: Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste, Hospize

•    SG 8: Sonstige Versorger (z.B. physiotherapeutische Praxen)