Im „Fall des Monats September 2015“ wird eine Patientin notfallmäßig von ihrem Hausarzt ins Krankenhaus eingewiesen. Als Anschrift wird statt der Wohnadresse die Adresse eines Seniorenzentrums angegeben, in dem sie sich in Kurzzeitpflege befand. Die Patientin war bei der stationären Aufnahme in schlechtem Allgemeinzustand und zu Ort und Ereignis desorientiert. Bereits bei der Registrierung in der Notaufnahme findet eine Verwechslung mit einer Patientin gleichen Namens statt, die in diesem Seniorenzentrum wohnt. Die eingewiesene Patientin verstarb am Tag nach der stationären Aufnahme. Die Todesbescheinigung wurde jedoch aufgrund der Verwechslung für die andere Patientin ausgestellt. Dieser Fehler wurde allerdings erst später festgestellt; zu diesem Zeitpunkt war die Sterbebeurkundung beim Standesamt aufgrund der vorliegenden Todesbescheinigung bereits abgeschlossen. Als die korrekte Identität festgestellt wurde, wurde der Fehler korrigiert und auch die korrekte Todesbescheinigung ausgestellt. Problematisch ist an diesem Fall, dass alle von den Behörden bereits erstellten Dokumente korrigiert werden mussten, was auch für die Mitarbeiter des Klinikums mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden war. Da durch die zeitliche Verzögerung auch der Leichnam nicht abgeholt werden konnte, waren damit auch unnötige Kosten verbunden. Zudem entstand große Besorgnis und Verwirrung über die möglichen Folgen (z.B. falscher Rentenbescheid) und stellt die Frage in den Raum, welche weiteren Konsequenzen erfolgt wären, wenn die Verwechslung nicht entdeckt worden wäre. Wir bitten um Beachtung des anhängenden Kommentars der CIRS-Steuergruppe sowie der Literaturangaben.

Der beschriebene Fall ist unter http://www.kh-cirs.de/faelle/index.html abrufbar und als Anlage zu diesem Rundschreiben beigefügt.