In Teil 1 der Richtlinie wurde der § 26 eingefügt. Dieser normiert die Einrichtung sektorenübergreifender Expertengremien auf Bundesebene durch das Institut nach § 137a SGB V. Diese fach- bzw. themenspezifische Gremien sollen insbesondere mit Fachexperten aus dem vertragsärztlichen Bereich und den Krankenhäusern besetzt werden, um das Institut bei der Durchführung der sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahren fachlich zu begleiten.

In Teil 2 der Richtlinie wurde die erste themenspezifische Bestimmung „Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie“ eingefügt. Das Verfahren dient der Beurteilung ambulant oder stationär erbrachter Herzkathetereingriffe (Indexeingriff) bei Patientinnen und Patienten ab 18 Jahren, die in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Die belegärztlich durchgeführten Indexeingriffe werden dabei der vertragsärztlichen Versorgung im Sinne von Teil 1 § 1 Absatz 4 Nr. 2 der Richtlinie zugeordnet. Um den Indexeingriff zu beurteilen, werden auch die mit ihm assoziierten Folgeereignisse miteinbezogen (Follow-up). Es ist eine vierteljährliche Datenlieferung vorgesehen um den Leistungserbringern alle 3 Monate Rückmeldeberichte zur Verfügung zu stellen. Das Verfahren ersetzt das derzeitige, rein auf den stationären Bereich bezogene, Verfahren und die Datenerhebung beginnt mit dem 01. Januar 2016. Für das erste Erfassungsjahr 2016 sind keine Vergütungsabschläge vorgesehen. Diesen Beschluss hat das Bundesministerium für Gesundheit nicht beanstandet (Anlage 2).

Des Weiteren hat der G-BA am 18. Juni 2015 beschlossen, die Berichte zur EDV- und informationstechnischen Aufbereitung und erweiterten Machbarkeitsprüfung sowie empirischen Prüfung der Umsetzbarkeit entwickelter Qualitätsindikatoren und die Synopse der Ergebnisse der Abschlussberichte zum Qualitätssicherungsverfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen zur Veröffentlichung auf den Internetseiten der Institution nach § 137a SGB V freizugeben.

Als Fazit der Machbarkeitsprüfung und empirischen Prüfung erachtet die Institution nach § 137a SGB V ein sektorenübergreifendes QS-Verfahren „Nosokomiale Infektionen: Postoperative Wundinfektionen“ für umsetzbar. Der G-BA hat sich dieser Einschätzung angeschlossen und bereitet die Umsetzung eines entsprechenden QS-Verfahren vor. Das Verfahren soll überwiegend die Sozialdaten bei den Krankenkassen nutzen und die Dokumentation beim Leistungserbringer auf die Feststellung einer Wundinfektion beschränken. D.h. der QS-Auslöser „erkennt“ potentielle Wundinfektionen und der Bogen wird über die Bestätigung des Vorliegens oder der Feststellung, dass keine Wundinfektion vorliegt geschlossen. Ergänzt wird das Verfahren durch eine Einrichtungsbefragung zu Fragen der Prävention von Wundinfektionen. Weitere Details zur Konzeption des Verfahrens sind den Berichten und der Synopse (Anlage 3) zu entnehmen. Als Beginn für die Datenerfassung wird der 01. Januar 2017 angestrebt.