Im „Fall des Monats Oktober 2014“ geht es um einen Patienten, der notfallmäßig zu einer Appendektomie aufgeklärt werden muss, allerdings nur russisch spricht. Nach langem Suchen in der Klinik (Wochenende) wurde eine Reinigungskraft gefunden, die zwar russisch, aber nur wenig deutsch spricht. Im CIRS-Fall wird von einem „Versuch, bei der Aufklärung zu helfen“, berichtet.

Der Fachkommentar beschäftigt sich ausführlich mit den juristischen Voraussetzungen zur Aufklärung von Patienten. Insbesondere wird darauf verwiesen, dass die Aufklärung für Patienten verständlich sein muss und der aufklärende Arzt dafür verantwortlich ist, dass der Patient seine Erläuterungen versteht, Missverständnisse ausgeräumt und Fragen geklärt werden können. Bei der Zunahme von fremdsprachigen Patienten in Deutschland ist eine wie im Bericht beschriebene Situation nicht ungewöhnlich. Die Rechtsprechung fordert zwar keinen staatlich vereidigten Dolmetscher, sondern hält den Einsatz eines Sprachmittlers für ausreichend, seien es Angehörige oder sprachkundige Angestellte, vorausgesetzt, diese sind in der Lage, dem Patienten die medizinische Situation vom Laienstandpunkt aus darzustellen. Es muss aber gewährleistet sein, dass der ausländische Patient trotz der Verständigungsschwierigkeiten ein allgemeines Bild von der Schwere und Richtung des konkreten Risikospektrums erhält. Normalerweise sollte eine elektive Behandlung aufgeschoben werden, bis ein kompetenter Sprachmittler zur Übersetzung zur Verfügung steht. Bei zeitlich dringlichen, keinen Aufschub duldenden Behandlungen kann der Arzt unter dem Aspekt der mutmaßlichen Einwilligung respektive der Geschäftsführung ohne Auftrag das Einverständnis des Patienten in die zeitlich dringend gebotenen Maßnahmen unterstellen und das medizinisch Notwendige veranlassen und durchführen. Zu den Einzelheiten verweisen wir auf den Fachkommentar, die zitierte Quellenangabe sowie das neue Patientenrechtegesetz.

Der beschriebene Fall ist unter http://www.kh-cirs.de/faelle/index.html abrufbar.