Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 19.12.2013 folgende Beschlüsse mit Relevanz für das Verfahren der externen stationären Qualitätssicherung beschlossen:

AQUA-Sonderbericht zum Sonderexport 2013 (Erfassungsjahr 2012)

Derzeit werden im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung die im regulären Verfahren bereits erhobenen QS-Datensätze der Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie sowie der endoprothetischen Leistungsbereiche (Hüft- und Kniegelenksprothesen) mit patientenidentifizierenden Datenfeldern (PID) versehen und im Rahmen eines Sonderexports im Frühjahr des Folgejahres erneut verschickt. Hintergrund ist die Erprobung einer längsschnittlichen Fallzusammenführung.

Der AQUA-Sonderbericht zur Analyse der Daten der Follow-Up-Verfahren gemäß Anlage 2 der QSKH-RL aus dem Sonderexport 2013 zum Erfassungsjahr 2012 (Stand 15. Juli 2013) wurde freigegeben und seine Veröffentlichung auf der AQUA-Homepage (www.sqg.de) beschlossen.

Der Bericht zeigt, dass der Datenexport im XML-Format von 2012 auf 2013 weiter verbessert werden konnte. Der Anteil der Krankenhäuser mit Datenlieferungen im XML-Format gemessen am CSV-Export liegt nun bei nahezu 90%. Von der technischen Übermittlung zu trennen ist allerdings die Frage nach der erfolgreichen Datensatzverknüpfung, d.h. inwieweit die über das Patientenpseudonym hergestellten Verknüpfungen allen potenziell verknüpfbaren Datensätzen entsprechen. Während die Ergebnisse für die Hüft- und Knieendoprothetik laut AQUA denen vergleichbarer empirischer Studien entsprechen, beträgt die Verknüpfungsquote bei der Geburtshilfe/Neonatologie nur 20 Prozent. AQUA hat hierfür zwischenzeitlich eine andere Verknüpfungsmethode vorgeschlagen, über die derzeit in der AG ESQS noch beraten wird.

Aussetzung des Follow Up Sonderexports 2014 (Erfassungsjahr 2013) für die Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie

Die Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie waren gemäß Plenumsbeschluss vom 20. Juni 2013 für das Erfassungsjahr 2014 bereits von einer weiteren Follow Up Erhebung ausgenommen worden, da sich, wie oben bereits dargelegt, das derzeitige Verfahren nicht für die Zusammenführung dieser beiden Leistungsbereiche eignet. Aufgrund der für das Erfassungsjahr 2013 geltenden QSKH-RL war ursprünglich auch noch ein Sonderexport im Frühjahr 2014 für die Daten des Erfassungsjahres 2013 vorgesehen.

Da hiervon kein inhaltlicher Mehrwert für das Verfahren zu erwarten ist, der Sonderexport aber Aufwand für die Krankenhäuser bedeutet, hatte die DKG nach Maßgabe ihrer Gremienberatung und Anträgen der Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung an den G-BA sowie aufgrund einer Stellungnahme des bvitg (Bundesverband Gesundheits-IT) einen Antrag auf Aussetzung des Sonderexports 2014 für die Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie gestellt. Die damit verbundenen rückwirkenden Änderungen zur Richtlinie für das Erfassungsjahr 2013 (Änderungsbeschlusses zum Plenumsbeschluss vom 20. Juni 2013) wurden vom Plenum am 19.12.2013 beschlossen.

Der Sonderexport im Frühjahr 2014 bleibt damit auf die Daten der Leistungsbereiche der Endoprothetik (Hüfte und Knie) beschränkt.

Der Beschluss und die Tragenden Gründe stehen auf der Homepage des G-BA zur Verfügung unter:

Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern: Änderung des Beschlusses vom 20.06.2013 - Herausnahme der Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie aus der Anlage 2 für 2013 - Gemeinsamer Bundesausschuss

Die Änderung des Beschlusses tritt vorbehaltlich der Nichtbeanstandung durch das BMG am Tag nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Zur Bürokratiekostenermittlung wurde festgestellt, dass sich zwar der Aufwand für die rund 800 betroffenen Krankenhäuser reduziert, da die Exportsoftware nicht mehr in das System eingepflegt werden und der Export dieser Datensätze nicht mehr durchgeführt werden muss. Da sich die Gegebenheiten in den einzelnen Krankenhäusern abhängig von den individuellen technischen und administrativen Gegebenheiten in vielfältiger Art unterscheiden, war eine typisierte Schätzung zur Quantifizierung der Aufwandsreduktion jedoch nicht möglich.

Die für den Sonderexport geänderte Spezifikation wird von der Institution nach § 137a SGB V auf deren Internetseite (www.sqg.de) veröffentlicht. Weitere Informationen sind dem AQUA-Merkblatt zu entnehmen.

Beauftragung des AQUA Instituts mit der Erstellung von Rückmeldeberichten zum Sonderexport 2013

Die Krankenhäuser und Datenannahmestellen sollen individuelle Auswertungs- und Rückmeldeberichte zu den von ihnen im Rahmen des Sonderexports übermittelten Daten erhalten. Hierfür hatte sich insbesondere die DKG nach Maßgabe ihrer Gremienberatungen ausgesprochen, damit die teilnehmenden Krankenhäuser und Datenannahmestellen den Sonderexport auch inhaltlich nachvollziehen können.

Die Länderberichte und Krankenhausberichte sollen über den Datenexport auf Datensatzebene und über die Datensatzverknüpfungen informieren sowie textliche Erläuterungen und ein Gesamtfazit zum Sonderexport enthalten. Sie werden den Ländern sowie über die Länder den Krankenhäusern übermittelt.

Da dies nicht Teil der Systempflege ist, war hierfür eine gesonderte Beauftragung des AQUA Instituts notwendig. Dieser Beschluss wird nicht veröffentlicht.