Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 17.10.2013 beschlossen, das AQUA-Institut mit der Weiterentwicklung der Risikoadjustierung für den Leistungsbereich Pflege: Dekubitusprophylaxe zu beauftragen. Die Ergebnisse der Beauftragung sind bis zum 17. Oktober 2014 vorzulegen.

Die Daten des Leistungsbereichs Pflege Dekubitusprophylaxe (DEK) werden in der externen stationären Qualitätssicherung seit dem Jahr 2013 weitestgehend auf Basis von Abrechnungsdaten (ausgelöst durch den ICD 10:L89) erfasst. Dabei werden alle Patienten ab einem Alter von 20 Jahren dokumentiert, bei denen während eines vollstationären Aufenthaltes Dekubitalulzera aufgetreten sind

Vorangegangen war der Umstellung des Verfahrens auf Abrechnungsdaten ein Prüfauftrag des G-BA zur Untersuchung der grundsätzlichen Nutzung von Routinedaten in diesem Leistungsbereich. Als ein Ergebnis dieses Prüfauftrags hatte AQUA seinerzeit Verbesserungspotenzial des bisherigen Risikoadjustierungsmodells identifiziert.

Hierzu benötigt AQUA nach eigenen Angaben „die Daten aller vollstationären Krankenhausfälle für die Jahre 2010 bis 2012 zur Identifizierung von Diagnosen und Risikofaktoren, die mit der Entstehung eines Dekubitus im Zusammenhang stehen.“

Aufgrund des Datenumfangs wurde in der zuständigen G-BA Arbeitsgruppe ausführlich über die Beauftragung beraten. DKG-intern hat eine abteilungsübergreifende Beratung mit dem Dezernaten Recht und Finanzierung stattgefunden.

Aufgrund der gesetzlichen Legitimation AQUAs (normiert über § 21 Abs. 3a KHEntgG) kann der G-BA keinen Einfluss auf Umfang, Erforderlichkeit und Geeignetheit der Daten nehmen. Dies liegt allein im Rechtsverhältnis zwischen AQUA und InEK.

Der nun vorliegende Beauftragungstext soll sicherstellen, dass AQUA die angeforderten InEK-Daten gegenüber dem G-BA transparent macht. Außerdem wurde eine konkrete Zweckbindung und Löschfrist in die Beauftragung aufgenommen und die Datenanforderung auf die Datenjahre 2010 bis 2012 begrenzt. Vorher war von AQUA auf eine jährliche Anpassung mit den jeweils aktuellen Daten nach §21 KHEntgG hingewiesen worden, was zunächst auf eine kontinuierliche Datenanforderung im Rahmen der Systempflege des externen stationären Qualitätssicherungsverfahrens schließen ließ.

AQUA wird außerdem verpflichtet, einen wissenschaftlichen Abschlussbericht vorzulegen, der neben einer ausführlichen Beschreibung der Methodik und Auflistung der genutzten Datenfelder auch eine detaillierte Beschreibung und Diskussion der Ergebnisse enthalten soll. Unter Verweis auf das Gebot der Datensparsamkeit ist außerdem zu prüfen, inwieweit zeitlich gebundene Stichproben ausreichend sind.

Der Beschluss ist mit Beschlussdatum in Kraft getreten und wird nicht veröffentlicht. Es entstehen hierdurch keine Informationspflichten für die Krankenhäuser im Sinne von Anlage II zum 1. Kapitel der G-BA Verfahrensordnung und dementsprechend keine Bürokratiekosten.