Das Bundeskabinett hat der Ersten Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte in der Fassung, der der Bundesrat am 11. Mai 2012 zugestimmt hat, ebenfalls zugestimmt. Damit ist die Änderung der Approbationsordnung für Ärzte mit Verkündung im Bundesgesetzblatt am 23. Juli 2012 in Kraft getreten.

Die Änderung der Approbationsordnung beinhaltet folgende wesentliche Punkte:

• Das Medizinstudium wird dahingehend entzerrt, dass der bisherige schriftliche Teil des zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung vor den Beginn des Praktischen Jahres gelegt wird.

• Die Bedeutung der Allgemeinmedizin wird sowohl im klinischen Studienabschnitt als auch im Praktischen Jahr erhöht. So sollen ab dem Jahr 2017 20 Prozent der Studierenden einen Ausbildungsabschnitt in der Allgemeinmedizin absolvieren können, ab dem Jahr 2019 soll dies allen Studierenden möglich sein. Das Blockpraktika in der Allgemeinmedizin gemäß § 27 Abs. 4 ÄApprO dauert mindestens zwei Wochen.

• Das Praktische Jahr kann zudem in Teilzeit mit 50 oder 75 Prozent abgeleistet werden, wobei sich die Ausbildungszeit entsprechend verlängert.

• Studierende können ab 1. April  2013 die Ausbildungsabschnitte des Praktischen Jahres auch an anderen Universitätskrankenhäusern oder deren Lehrkrankenhäusern absolvieren. Damit wird die Ableistung des Praktischen Jahres nicht mehr nur auf die Heimatuniversität bzw. deren Lehrkrankenhäuser beschränkt. Darüber hinaus sind die

Universitäten bei der Auswahl der Lehrkrankenhäuser zukünftig verpflichtet, eine breite Ausbildung auch in den versorgungsrelevanten Bereichen zu ermöglichen sowie die regionale Verteilung zu berücksichtigen. Die Universitäten erstellen ein Logbuch als Ausbildungsplan, der von den Krankenhäusern einzuhalten ist.

• Für den dreimonatigen Krankenpflegedienst gemäß § 6 ÄApprO werden zukünftig auch krankenpflegerische Tätigkeiten in einer Rehabilitationseinrichtung mit vergleichbarem pflegerischen Aufwand berücksichtigt. Zudem werden neben krankenpflegerischen Tätigkeiten während des Zivildienstes oder bei der Bundeswehr nunmehr auch entsprechende Tätigkeiten im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes berücksichtigt.