Wir möchten in diesem Zusammenhang nochmals darauf hinweisen, dass die Forderungen des Marburger Bundes erhebliche finanzielle Belastungen bedeuten. Gerade vor dem Hintergrund der von der Bundesregierung beschlossenen Gesundheitsreform und den dort vorgesehenen zusätzlichen Belastungen für die Krankenhäuser ist dies nicht hinnehmbar. Alleine der Sanierungsbeitrag in Höhe von 1 Prozent des Budgets wird zu Mindereinnahmen in Höhe von 500 Millionen Euro führen. Insgesamt sehen sich die Krankenhäuser mit Mehrbelastungen von mehreren Milliarden Euro konfrontiert. Auch aus diesem Grunde sind die Tarifforderungen des Marburger Bundes schlichtweg nicht finanzierbar.

Es ist zu befürchten, dass ein hoher Abschluss im Bereich der kommunalen Krankenhäuser letztendlich auf alle Krankenhäuser überschwappt. Damit würde die Tarifrunde 2006 Mehrkosten von insgesamt ca. 1,5 Milliarden Euro auslösen.

Zudem birgt ein erhöhter Abschluss zugunsten der Ärzte erhebliches Konfliktpotential mit den anderen Beschäftigten im Krankenhaus. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat für diesen Fall angekündigt, für die übrigen Beschäftigten in den kommunalen Krankenhäusern ebenfalls Gehaltssteigerungen zu fordern. Die VKA wurde bereits von ver.di aufgefordert, in Tarifverhandlungen über eine Fahrtkostenausgleichspauschale in Höhe von 150 Euro pro Monat und Beschäftigten zu treten. Neben den Personalkostensteigerungen im ärztlichen Dienst wären demnach weitere Tariferhöhungen bei den anderen Beschäftigten zu erwarten.

Aus Sicht der DKG ist es deshalb wichtig, in dieser entscheidenden Phase des Tarifkonflikts - vor allem im Hinblick auf die Auswirkungen eines möglichen hohen Tarifabschlusses für alle Krankenhäuser - auch auf regionaler und lokaler Ebene den Forderungen des Marburger Bundes entschieden entgegen zu treten.