Forderungen des Marburger Bundes an die VKA

Die Tarifverhandlungen zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und dem Marburger Bund sind am 27.03.2006 fortgesetzt worden. Die VKA hat am 29.03.2006 per Rundschreiben über die konkreten Forderungen des Marburger Bundes (Anlage 1) informiert. Der Marburger Bund fordert von der VKA einen arztspezifischen Tarifvertrag und eine Erhöhung der Vergütung um 30 Prozent.

Die VKA hat die Forderungen des Marburger Bundes als unverantwortlich und sachlich nicht gerechtfertigt zurückgewiesen (Anlage 2). Der vom Marburger Bund vorgelegte Forderungskatalog bedeutet eine drastische Erhöhung der Ärzteeinkommen, die sogar über die bisherige Forderung von 30 Prozent hinausgeht.

Die Tarifverhandlungen zwischen VKA und Marburger Bund werden am 11.04.2006 fortgesetzt.


Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL)

Der Marburger Bund fordert wie gegenüber der VKA einen arztspezifischen Tarifvertrag und eine Erhöhung der Vergütung um 30 Prozent für die angestellten Ärzte der Landeskrankenhäuser. Ein Angebot der TdL (Anlage 3) wurde vom Marburger Bund abgelehnt. Die Tarifverhandlungen sind daraufhin von Seiten der Marburger Bundes abgebrochen worden. Nach einer Urabstimmung wird seit dem 16.03.2006 an den Universitätsklinika gestreikt. Ein Sondierungsgespräch zwischen den Verhandlungspartnern am 29.03.2006 blieb ergebnislos. Der Marburger Bund hat angekündigt, seine Arbeitskampfmaßnahmen auszudehnen.

Die Tarifverhandlungen zwischen der TdL und ver.di sind weiterhin unterbrochen.

Landesbezirkliche Abschlüsse zur Arbeitszeit im Bereich der VKA

Die kommunalen Arbeitgeberverbände in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg hatten von der im TVöD vorgesehenen Möglichkeit zur Kündigung der Regelung zur Arbeitszeit Gebrauch gemacht. Ziel war eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden.

In Hamburg einigten sich die kommunalen Arbeitgeber mit ver.di auf ein Arbeitszeitmodell, das eine Staffelung der wöchentlichen Arbeitszeit nach Alter, Familienstand und Entgeltgruppe vorsieht (Anlage 4). Demnach beträgt die individuelle wöchentliche Arbeitszeit je nach Alter, Familienstand und Entgeltgruppe zwischen 38 und 40 Stunden.

In Niedersachsen verständigten sich die Tarifpartner auf eine nach Berufsgruppen differenzierte Arbeitszeitregelung. Zudem bringen die Beschäftigten Arbeitszeit für Weiterbildungsmaßnahmen ein. Für die Beschäftigten in Krankenhäusern, Kindertagesstätten und im betrieblichen Dienst der Kommunen (Stadtentwässerung, Abfallwirtschaft etc.) gilt weiterhin die 38,5-Stunden-Woche. In allen anderen Bereichen wird die wöchentliche Arbeitszeit auf 39 Stunden erhöht.

In Baden-Württemberg ist es bisher noch zu keiner Tarifeinigung im Streit um die Arbeitszeit gekommen. Ein Schlichtungsverfahren ist gescheitert.