Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass bei einer verpflichtenden Umsetzung des EuGH-Urteils jährliche Mehrkosten von 1,75 Milliarden Euro für den Krankenhaussektor entstehen. Dieser Betrag liegt deutlich über den allerersten Einschätzungen der Krankenhausgesell-schaften und anderer Verbände. Hintergrund ist zum einen, dass die Zahl der zusätzlich benötigten Ärzte höher geschätzt wird. Zum anderen hat die DKG-Umfrage erstmals den Personalbedarf in den nichtärztlichen Berufsgruppen berücksichtigt.

Der personelle Mehrbedarf beläuft sich in Vollkräften auf 27.000 Ärzte und 14.000 Kräfte hauptsächlich im medizinisch-technischen Dienst und im Funktionsdienst.

Die Umfrageergebnisse bestätigen, dass die zwingende Umsetzung des EuGH-Urteils in Deutschland allein in finanzieller und personeller Hinsicht erhebliche Probleme aufwirft. Dem prognostizierten Bedarf an zusätzlichen Ärzten stehen derzeit ca. 6.600 arbeitssuchende Ärzte (davon 1.700 Fachärzte) gegenüber.

Vorstand und Präsidium haben die Umfrage als wichtige und gute Grundlage für die weiteren DKG-Aktivitäten bezeichnet. Die Geschäftsstelle hat die Umfrageergebnisse dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA) zugeleitet. Das BMA hatte als federführendes Ministerium die DKG um aussagefähige Angaben als Basis für die weiteren politischen Entscheidungen gebeten. Die DKG dankt  allen Krankenhäusern sowie den Landeskrankenhausgesellschaften für die Mitarbeit und Unterstützung bei der Umfrage.