Die Positionen umfassen einen 9-Punkte-Katalog der DKG mit Forderungen und Maßnahmen, die sowohl kurz- als auch längerfristigen Charakter haben. Der Katalog wird in die Überarbeitung der Positionen der Deutschen Krankenhausgesellschaft zur Weiterentwicklung im Gesundheitswesen einfließen. Einzelne Forderungen werden in den vom Vorstand beauftragten Sofortmaßnahmenkatalog aufgenommen, der eine erste Argumentationsgrundlage in der politischen Diskussion nach den Bundestagswahlen ist.

Weitere Aktivitäten der DKG-Geschäftsstelle im Zusammenhang mit dem 9-Punkte-Katalog stellen sich wie folgt dar:

1.      Das Bundesgesundheitsministerium hat sein grundsätzliches Interesse an der Einrichtung einer Projektgruppe "Entbürokratisierung des Krankenhauswesens" signalisiert. Die DKG hat das Deutsche Krankenhausinstitut e.V. mit einer empirischen Studie zum Dokumentationsaufwand im Ärztlichen Dienst beauftragt. Ergebnisse sollen Ende Oktober 2002 vorliegen.

2.      Zur fachlichen Propagierung sollen neue Arbeitszeitmodelle auf der BMG-Homepage im Internet präsentiert werden. In Erprobung befindliche oder zur Erprobung vereinbarte Arbeitszeitmodelle sollen dort von Krankenhäusern eingestellt und kommentiert werden können. Abgefragt werden in Bezug auf die Modelle insbesondere

  • Selbsteinschätzung zur Tarif- und Arbeitszeitgesetzkonformität
    (ggf. auch zur Konformität mit dem EuGH-Urteil vom 03.10.2000)

  • Patienten- und Mitarbeiterorientierung

  • Kostenwirkungen

  • Akzeptanz beim Personal-/Betriebsrat

  • Anwendungsgebiete (z.B. für welche Abteilung geeignet)

  • für die Anwendung erforderliche Maßnahmen (z.B. zentrale Arbeitszeiterfassung, Patientenbefragungen, Einsatz von Dokumentationsassistenz).

          Krankenhäuser, die eigene Modelle auf der BMG-Homepage einstellen wollen, können  diese mit den o.g. beschreibenden Kriterien zunächst per e-mail an die DKG senden (m.molitor@dkgev.de). Die DKG wird eingegangene Modelle dann an das BMG weiterleiten mit der Bitte diese über das Internet zur Verfügung zu stellen.

3.      Auf der Internetseite des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) - http://lasi.osha.de - hat der Unterausschuss 3 des LASI inzwischen eine Sammlung von neuen Arbeitszeitmodellen zugänglich gemacht. Diese Modelle sind größtenteils von Krankenhäusern entwickelt worden und können Anregungen für die eigene Arbeitszeitgestaltung bieten. Die DKG hatte in der Vergangenheit stets dafür plädiert, dass die dort gesammelten Modelle erprobt und unter Federführung des BMG gemeinsam ausgewertet werden. Die Auswertung neuer Arbeitszeitmodelle ist nach Auffassung der DKG deshalb von Bedeutung, weil nur so dokumentiert werden kann, ob die Modelle patientenfreundlich, von der Mitarbeiterschaft akzeptiert und in der Umsetzung kostenneutral sind. Die Gesundheitspolitik geht offenkundig davon aus, dass die Optimierung der Arbeitszeitgestaltung alle Probleme lösen kann. Obwohl das BMG in der Gemeinsamen Erklärung zum Arbeitszeitgipfel vom 04.03.2002 die gemeinsame Auswertung ankündigte, ist der DKG inzwischen mitgeteilt worden, dass eine Initiative des BMG hinsichtlich einer Evaluation vorhandener Modelle nicht beabsichtigt ist. Die DKG hat ihr Unverständnis in einem Schreiben an die  Bundesgesundheitsministerin zum Ausdruck gebracht und fordert eine Auswertung unter Federführung des BMG ein.