Der Masterplan sieht insbesondere folgende Maßnahmen zur Reform des Medizinstudiums vor:

Neustrukturierung des Medizinstudiums

-    Kompetenzorientierte Ausbildung auf Basis des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkataloges Medizin (NKLM),

-    praxisnahe Ausbildung durch eine Verknüpfung von klinischen und theoretischen Inhalten sowie eine stärkere Einbeziehung von Lehrpraxen in die ärztliche Ausbildung,

-    Stärkung der Allgemeinmedizin u. a. durch eine Prüfung in der Allgemeinmedizin für alle Studierenden sowie eine Steigerung der Attraktivität des Faches Allgemeinmedizin an den hochschulmedizinischen Standorten,

-    Umstrukturierung des Praktischen Jahres (PJ) von bisher drei Tertialen in vier Quartale, wovon mindestens eines im ambulanten vertragsärztlichen Bereich zu absolvieren ist,

-    die in drei Abschnitten abzulegende Ärztliche Prüfung soll praxisnäher gestaltet werden.

Zulassung zum Studium

-    Änderung des Hochschulzulassungsrechts dahingehend, dass die Hochschulen in ihren Auswahlverfahren neben der Abiturnote mindestens zwei weitere Auswahlkriterien anwenden (insbesondere soziale und kommunikative Fähigkeiten, Leistungsbereitschaft der Studienbewerber, vorherige Ausbildung oder Tätigkeit in medizinischen Berufen).

Mehr Nachwuchs für eine flächendeckende hausärztliche Versorgung

-    Es sollen mehr Lehrkrankenhäuser und Lehrpraxen im ländlichen Raum in die ärztliche    Ausbildung eingebunden werden,

-    Initiierung einer Informationsplattform durch das Bundesgesundheitsministerium über bereits bestehende Ausbildungsmodelle und finanziellen Fördermaßnahmen,

-    Eröffnung der Möglichkeit in der Vergabeordnung der Stiftung für Hochschulzulassung, bis zu 10 Prozent der Studienplätze vorab an solche Bewerber zu vergeben, die sich nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin verpflichten, für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten ländlichen Regionen tätig zu sein.

Vorläufige Bewertung aus Sicht der DKG

Der Masterplan beinhaltet viele sinnvolle Punkte, etwa die Kompetenzorientierung der Ausbildung oder die frühe Verknüpfung theoretischer und klinischer Lehrinhalte über den gesamten Verlauf des Studiums. Auch die Anpassung des Hochschulzulassungsrechts und die Stärkung der Allgemeinmedizin im Medizinstudium sind grundsätzlich positiv zu bewerten.

Kritisch zu bewerten ist jedoch die Einführung eines PJ-Pflichtquartals im ambulanten vertragsärztlichen Bereich in entsprechenden Lehrpraxen. Dabei wird es davon abhängen, wie diese Regelung gesetzgeberisch ausgestaltet wird und inwiefern das ambulante Pflichtquartal auch an ambulanten Einrichtungen der Krankenhäuser im Sinne des § 95 SGB V absolviert werden kann.

Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass Bund und Länder die Finanzierungsfrage der Maßnahmen ausgeklammert haben. Auch eine Erhöhung der Studienplatzkapazitäten in der Humanmedizin war nicht Bestandteil der Einigung.