Im Dezember 1992 verabschiedete der Bundestag mit Zustimmung aller Länder im Bundesrat das Gesundheits-Strukturgesetz (GSG), das für die Jahre 1993 bis 1995 einen strikten Sparkurs verordnete. Ziel des GSG war es, das seit 1972 der Krankenhausfinanzierung zugrunde liegende Kostendeckungsprinzip durch ein leistungsorientiertes Vergütungssystem abzulösen. Die Krankenhäuser erhielten außerdem die Möglichkeit, im Rahmen zeitlich begrenzter vor- und nachstationärer Behandlung die zur Krankenhausbehandlung eingewiesenen Patienten auch ambulant zu behandeln; darüber hinaus wurden sie zum ambulanten Operieren zugelassen.

Neben der Umsetzung des GSG rückte die von Gesundheitsminister Seehofer 1994 begonnene Reformdiskussion über die „Krankenversicherung 2000“ (3. Stufe der Gesundheitsreform) immer mehr in den Mittelpunkt. Die DKG und die in ihr zusammengeschlossenen Krankenhausverbände erklärten ihre grundsätzliche Bereitschaft, Mitverantwortung für die Beitragssatzstabilität im Rahmen der Selbstverwaltung zusammen mit den Kassen auf der jeweiligen Selbstverwaltungsebene unter Wahrung des Grundsatzes der Subsidiarität zu übernehmen. In der zweiten Jahreshälfte 1995 war die Gesundheitspolitik durch einen radikalen Kurswechsel der Krankenhauspolitik gekennzeichnet. Gegen Ende 1995 lagen neun Gesetzes- und Verordnungsgebungsverfahren mit unmittelbaren Rückwirkungen auf die Pflegesatzverhandlungen für das Startjahr 1996 vor, u. a. der Entwurf des Gesetzes zur Stabilisierung der Krankenhausausgaben 1996.

Über ein Jahr später wurde die 3. Stufe der Gesundheitsreform mit der Verabschiedung des 1. und des 2. GKV-Neuordnungsgesetzes (1. und 2. NOG) abgeschlossen. Beide zustimmungsfreien Gesetze passierten am 12. Juni 1997 den Bundestag. Bei dem 2. NOG handelte es sich um ein Reformgesetz mit weit reichenden Auswirkungen auf das Krankenhauswesen. So wurden als erster Umsetzungsschritt der Selbstverwaltung die vertraglichen Grundlagen zur Einrichtung der Bundesschiedsstelle einschließlich ihrer Besetzung mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen konsentiert. Im November 1997 verabschiedete der Bundesrat die 5. Änderungsverordnung zur Bundespflegesatzverordnung(BPflV). Im Januar 1999 trat das GKV-Solidaritätsstärkungsgesetzes (GKV-SolG) in Kraft und war ein erster Schritt in Richtung umfassenden Strukturreform im Gesundheitswesen.