„Familienbewusste Arbeitszeitgestaltung ist ein Zukunftsthema in allen Branchen, insbesondere auch in Krankenhäusern“, unterstrich Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in seiner Begrüßung vor rund 130 Krankenhausvertreterinnen und -vertretern. Stroppe machte deutlich, dass innovative Arbeitszeitmodelle ein Schlüssel für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für Branchen mit steigendem Fachkräftemangel sind. Dies betonte auch Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG): „Krankenhäuser engagieren sich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zunehmend für Arbeitszeitmodelle, die Beruf und Familie vereinbar machen. Für immer mehr Kliniken ist das eine zentrale Strategie, um attraktiv für Fachkräfte in Pflege und Medizin zu sein“, so Baum.

„Krankenhäuser stehen bei der Arbeitszeitgestaltung vor besonderen Herausforderungen –Rund-um-die-Uhr-Versorgung an 365 Tagen pro Jahr darf deshalb nicht als Hindernis, sondern als gestaltbare Voraussetzung einer familienbewussten Arbeitszeitkultur verstanden werden“, stellte Arbeitszeitexperte Lars Herrmann in seinem Impulsvortrag klar und verwies insbesondere auf Arbeitszeitinstrumente, die mehr Verlässlichkeit und Flexibilität ermöglichen.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen sieben Leitsätze, die im Vorfeld der Veranstaltung auf Initiative des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“ durch Krankenhäuser erarbeitet wurden. Sie formulieren neben der ökonomischen Relevanz des Themas Voraussetzungen und Instrumente für familienbewusstere Arbeitszeiten in deutschen Krankenhäusern. „Mit den Leitsätzen möchten wir Krankenhäuser ermutigen, noch konkreter über Maßnahmen einer familienbewussten Arbeitszeitkultur nachzudenken und sie auch umzusetzen“, begründete Sofie Geisel, Leiterin des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“ die Initiative.

Dass hierbei insbesondere Krankenhausleitungen gefragt sind, machte die Diskussion überdeutlich. „Die Entwicklung von Arbeitszeitlösungen, die von bekannten Mustern abweichen, erfordert Mut und das Überzeugen von Führungskräften in Kliniken. Ihnen muss deutlich werden, dass es sich hier auch um eine wirtschaftlich relevante Herausforderung handelt“, unterstrich Prof. Klaus Höffken, medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena.


Über das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“:
Als Teil des gleichnamigen Unternehmensprogramms wurde das Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ im Herbst 2006 in einer gemeinsamen Initiative des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags ins Leben gerufen. Es ist mit derzeit rund 4.000 Mitgliedern die bundesweit größte Plattform für alle, die sich für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie interessieren oder bereits engagieren, davon rund 280 Krankenhäuser. Mitgliedsunternehmen haben die Möglichkeit, ihr Engagement für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und Erfahrungen mit anderen auszutauschen. Unternehmen können sich kostenlos im Netzwerk registrieren und so von vielfältigen Angeboten und Vorteilen profitieren.
Information und Registrierung online: www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerk


Die Leitsätze finden Sie im Anhang. Die Zusammenfassung der Ergebnisse der TED-Umfrage sowie weitere Veranstaltungsdokumente stellen wir ab dem 8.11.2012 unter www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerk zur Verfügung.

Kontakt:
Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“
Sofie Geisel   
Telefon: 030/20308-6100
E-Mail: geisel.sofie@dihk.de  

DIHK Service GmbH 
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E-Mail: schwedhelm.corinna@dihk.de