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DKG zum Kabinettsentwurf des Versorgungsstrukturgesetzes
Versorgung sichern erfordert Kliniken zu stärken
Georg Baum
Aus Krankenhaus- und ordnungspolitischer Sicht sei zudem nicht nachvollziehbar, dass die Neugründung bzw. Erweiterung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) der Kliniken erschwert werde. MVZ in der Trägerschaft von Kliniken stellten eine sinnvolle Form der Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung dar. Die hohe Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser tue der ambulanten Versorgung gut. Die Patienten wollten Hilfen aus einem Guss.
Die vorgesehenen Änderungen der Strukturen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) seien weitgehend zu begrüßen. Der G-BA könne aber nur eine konstruktiv von den Selbstverwaltungsverbänden getragene Organisation bleiben, wenn die Verbände von der Besetzung der Vorsitzendenfunktionen nicht ausgeschlossen würden. Die Vorgaben im Gesetzentwurf, dass der Vorsitzende und die beiden Unparteiischen in den letzten drei Jahren nicht im Gesundheitswesen tätig gewesen sein dürften, widerspreche den Grundprinzipien der Selbstverwaltung, erläuterte Baum.
Der Hauptgeschäftsführer gab zu bedenken, dass die Sicherung der medizinischen Versorgung mit ausreichend verfügbarem und qualifiziertem ärztlichen und pflegerischen Personal stehe und falle. Das Personal zu sichern, könne nur gelingen, wenn attraktive Arbeitsplätze in den Krankenhäusern angeboten werden könnten. Deshalb müsse die Sicherung des Personals ein zentrales Kernelement der Gesundheitspolitik sein. Baum: „Die Krankenhäuser sehen hier einen zentralen Widerspruch zwischen den gesetzlich vorgegebenen Finanzierungsbedingungen und der tatsächlichen Personalkostenentwicklung. Bereits im laufenden Jahr steigen die Löhne und Gehälter für die eine Millionen Beschäftigten in den Kliniken deutlich stärker als die Preiszuwächse, die für die Häuser zur Verfügung stehen. Die Kliniken erleben zur Zeit einen noch nicht dagewesenen Preisverfall.“ Der Hauptgeschäftsführer erläuterte, dass im Jahr 2012 mit nochmaligen deutlichen Erhöhungen der Personalkosten zu rechnen sei. Werde an den auch für das nächste Jahr vorgesehenen Kürzungen zu Lasten der Kliniken festgehalten, drohe sich die finanzielle Lage in vielen Krankenhäusern zuzuspitzen. Noch mehr Kliniken würden in die roten Zahlen getrieben. Baum appellierte an das Parlament, die Kürzungspolitik zu Lasten der Kliniken zu beenden. Milliardenüberschüsse im Gesundheitsfonds und fortgesetzte Kürzungen seien nicht akzeptabel. Überhaupt nicht nachvollziehbar sei auch die im Gesetzentwurf vorgesehene fünfprozentige Kürzung der Vergütungen der ambulanten Leistungen der Kliniken. Das mache aus dem Versorgungsgesetz ein Kürzungsgesetz zu Lasten der Kliniken.
Dateien
2011-08-03_PM-DKG-zum-Kabinettsentwurf-Versorgungsstrukturgesetz (doc, 37 KB)
2011-08-03_PM-DKG-zum-Kabinettsentwurf-Versorgungsstrukturgesetz (pdf, 23 KB)Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder - 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände - in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.064 Krankenhäuser versorgen jährlich 18 Millionen stationäre Patienten und 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,1 Millionen Mitarbeitern. Bei 70 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.
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