Hygiene und Infektionsschutz nähmen in den Krankenhäusern einen sehr hohen Stellenwert ein. Dabei handele es sich um eine wichtige Managementaufgabe, mit der bereits heute sehr verantwortungsvoll umgegangen werde. Dies zeige sich auch aktuell bei der Behandlung der EHEC-Erkrankten in den Krankenhäusern, betonte der DKG-Präsident.

„Wir freuen uns darüber, dass die Politik die Personal-Problematik erkannt und eine bis Ende 2016 befristete Übergangsvorschrift für die Qualifikation einer ausreichenden Zahl geeigneten Fachpersonals vorsieht. Fünf Jahre sind jedoch bei weitem nicht ausreichend, die notwendige Zahl an Krankenhaushygienikern auszubilden. Hier sind ergänzend alternative Lösungen erforderlich, wie etwa eine Zusatzweiterbildung. Allerdings vermissen wir an vielen Stellen den notwendigen sektorenübergreifenden Ansatz, so z.B. bei der Bekämpfung der Antibiotikaresistenzen“, machte Kösters deutlich.

Darüber hinaus sähe der Gesetzentwurf zahlreiche neue Anforderungen vor, deren Finanzierung leider nicht thematisiert werde. Neue Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten kosteten nicht nur die Zeit der Klinik-Mitarbeiter, sondern auch Geld. Hinzu kämen die Kosten für das zusätzliche Hygiene-Fachpersonal sowie für Isolierung, Sanierung und den erhöhten Pflegeaufwand für Patienten, die mit resistenten Erregern besiedelt seien. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf nahezu 1 Prozent der Krankenhausausgaben jährlich: Dies sei ohne finanzielle Ressourcen nicht zu bewältigen, zumal den Krankenhäusern in diesem und im nächsten Jahr über 1 Milliarde Euro durch die Gesundheitsreform abverlangt werden, bekräftigte Kösters im Rahmen der heutigen Auftaktveranstaltung „DKG intensiv“ zur Krankenhaushygiene. Dort diskutieren 120 Entscheidungsträger aus Krankenhäusern und Politik über die konkreten Auswirkungen des Gesetzentwurfs bis hin zu haftungsrechtlichen Konsequenzen.

Mit der neuen, halbjährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe „DKG intensiv“ hat die DKG ein Forum etabliert, auf dem Spitzenvertreter aus Klinikmanagement, Politik und Wissenschaft zu aktuellen politischen Themen Position beziehen.