Danach wiesen im Jahr 2009 nur 68 Prozent der Krankenhäuser einen Überschuss, 21 Prozent einen Fehlbetrag und 11 Prozent ein ausgeglichenes Ergebnis auf. Für das Jahr 2011 rechnen die Kliniken der DKI-Studie zufolge mit einer deutlichen Verschlechterung ihrer Lage. Baum: „Durch die gesetzlichen Einsparmaßnahmen wird 2011 die Schere zwischen Kosten und Erlösen wieder deutlich auseinandergehen. Alleine durch die höheren Sozialversicherungsbeiträge und die bereits feststehenden Tarifabschlüsse für eine Million Beschäftigte in den Krankenhäusern werden die Personalkosten den durch die Gesetzgebung zugestandenen Vergütungszuwachs um das Dreifache überschreiten.“

Noch sorgenvoller schauen die Kliniken in das Jahr 2012 mit noch höher zu erwartenden Tarifsteigerungen und weiterhin gekürzten Zuwachsraten. Über die tariflichen Kostensteigerungen hinaus haben die Krankenhäuser erheblichen zusätzlichen Investitionsbedarf im Personalbereich. Zwar erkennt die Politik an, dass in Folge der Arbeitszeitgesetzgebung, der demografischen Entwicklung sowie des Ärztemangels in den Kliniken massive Anstrengungen unternommen werden müssen, um mit qualifiziertem Personal und attraktiven, familienfreundlichen Arbeitsplätzen die Zukunft sichern zu können. „Im Widerspruch dazu steht die von der Koalition über das Jahr 2012 hinaus installierte dauerhafte Rabattregelung zu Gunsten der Krankenkassen und zu Lasten der Kliniken“, kritisierte Baum. Damit entzöge die Regierungskoalition den Krankenhäusern über Jahre hinweg jährlich mehrere 100 Millionen Euro, die für die Zukunftssicherung dringend gebraucht würden.

Um den Herausforderungen der demografischen Entwicklung mit einer steigenden Anzahl älterer Patienten erfolgreich begegnen zu können, bedürfe es neben einer soliden Finanzierung angemessener Versorgungsstrukturen. Krankenhäuser als Gesundheitszentren seien hierbei von besonderer Bedeutung. Denn die Kliniken seien gerade auf dem Land vertreten. Sie sicherten dort insbesondere auch die ambulante Notfallversorgung. Die engere Verzahnung von ambulanten und stationären Leistungen sei daher unabdingbar.

Nach DKI-Hochrechnungen wurden 2009 in den deutschen Allgemeinkrankenhäusern rund 10,7 Millionen ambulante Notfälle behandelt. Das bedeutet, dass pro Tag und Krankenhaus durchschnittlich 20 ambulante Notfallpatienten behandelt wurden. Stellt man die ambulanten Notfallleistungen in Relation zu den stationären Fallzahlen der Krankenhäuser, so kommen auf 100 stationäre Fälle etwa 63 ambulante Notfälle. Baum: „Diese Leistung der Krankenhäuser muss in den gesetzlichen Rahmenbedingungen für die ambulante Notfallversorgung berücksichtigt werden. Die Kliniken können nicht länger als Lückenbüßer herhalten.“

Mit dem „Krankenhaus Barometer 2010“ wurden die Kliniken auch zu ihren Investitionsmöglichkeiten befragt. Die Antworten spiegeln die seit Jahren rückläufige Investitionsmittelbereitstellung wider. Obwohl per Gesetz dazu verpflichtet, liegt der Finanzierungsanteil der Bundesländer mit ca. 2,8 Milliarden Euro bei etwa 50 Prozent der getätigten Investitionen. Ohne Eigen- bzw. Trägermittel sowie Kreditaufnahmen wären die Kliniken längst von Modernität und Fortschritt abgekoppelt.

„Nochmals wird deutlich, dass die Krankenhäuser keine Rabatte an die Krankenkassen abgeben können“, unterstrich Baum.