Darüber hinaus hob Prof. Dr. Michael Isfort vom Deutschen Institut für Pflegewissenschaften die Zukunftsfähigkeit des Pflegeberufs in seiner Rede hervor. „Derzeit herrscht Vollbeschäftigung. Arbeitslosigkeit in der Pflege wird ein Fremdwort bleiben.“ Gleichzeitig kritisierte Isfort die rückläufigen Investitionsmittel für den Pflegebereich. Die Personaldecke sei – bei steigenden Patientenzahlen – geringer als vor 20 Jahren. Es sei daher unverständlich, dass nach wie vor Ausbildungskapazitäten zurückgefahren würden. „Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es ein Sofortbedarf von mehr als 6.000 Pflegestellen“, erklärte Isfort vor den Besuchern des Pflegeforums am zweiten Kongresstag des 33. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf.

Im Fokus der Expertenvorträge im Pflegeforum stehen in diesem Jahr Themen aus dem Bereich der strategischen Personalentwicklung und -qualifizierung sowie die Zusammenarbeit der Berufe im Gesundheitswesen, wie „Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung – Können wir von anderen Branchen lernen?“, „Verlagerung von ärztlichen Tätigkeiten“ oder „Pflege kann mehr – Beispiele aus der Aufgabenerweiterung aus der Praxis“.
Neben dem Pflege-Forum ist das ECCLESIA-Forum ab 14:00 Uhr traditionell das zweite thematische Highlight dieses Veranstaltungstages. Unter dem Tagungsvorsitz von Dr. Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), diskutieren die Experten neue Trends rund um das Schwerpunktthema „Sektorenübergreifende Qualitätssicherung in der Praxis“. Ebenfalls am zweiten Veranstaltungstag findet eine Vortragsveranstaltung der Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen im BDA (AKG) statt, die das Thema „Green Hospitals“ kritisch beleuchtet.
Aktuelle Entwicklungen und Trends im Bereich der Investitionsfinanzierung spielen eine weitere zentrale Rolle: Krankenhäuser verfügen schon lange nicht mehr über ausreichend eigene Mittel, die notwendigen Investitionen und Modernisierungen selbständig vorzunehmen. Vielmehr leben sie seit Jahren von der Substanz – wichtige Anschaffungen werden aufgeschoben. Vor diesem Hintergrund bietet der Krankenhaustag unter dem Tagungsvorsitz von Heinz Kölking, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), gezielt anwenderorientierte Praxisseminare im Rahmen des „Finanzierungs-Forum“ an, das heute ab 16:00 Uhr statt findet. Darin werden die „Reform der Investitionsfinanzierung“, „Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser in NRW“ oder „Modellvorschläge der Apo-Bank zur Krankenhausinvestitionsfinanzierung“ im Mittelpunkt der Diskussionen stehen.
Der Einsatz von IT im Krankenhaus bildet einen weiteren Schwerpunkt des zweiten Kongresstages. Im Rahmen der Veranstaltung „Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz“ diskutieren die Experten den planvollen und systematischen Einsatz von Informationstechnologie im Krankenhaus. Anhand von Praxisbeispielen wird der IT-Einsatz als eine wichtige Voraussetzung für die Unterstützung der Leistungsprozesse in den Kliniken aufgezeigt. Darüber hinaus können sich heute die Besucher im Forum der Fachvereinigung Krankenhaustechnik (FKT) ausführlich über Themen wie „Umweltschutz im OP“, „Sichere und wirtschaftliche Auslegung medizinischer Anlagen und Geräte im Krankenhaus“ oder über „Nachhaltige Krankenhäuser“ informieren.

Der 33. Deutsche Krankenhaustag bietet bis zum 20. November 2010 Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren. Das ausführliche Kongress-Programm steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.