„Bei einem Umsatzvolumen von über 66 Milliarden Euro sind die 2.083 Krankenhäuser mit 1,1 Millionen Beschäftigten ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor im Wachstumsmarkt Gesundheitswesen. Doch der Job- und Innovationsmotor Krankenhaus wird zu stottern beginnen, wenn sich die Bundesregierung einmal mehr zu reinen Kostendämpfungsmaßnahmen im Gesundheitsmarkt hinreißen lässt.“ Dies erklärte der Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), Gerd Norden, heute bei der Vorstellung des Kongressprogramms in Düsseldorf.

Die Kliniken und ihre Mitarbeiter haben nach dem Amtsantritt der neuen Koalitionsregierung aus Union und FDP eine „neue Vertrauenskultur im Gesundheitswesen“ registriert, so Norden. Nun sei die Boombranche Krankenhaus durch das GKV-Finanzierunsgesetz, das zum 1. Januar 2011 in Kraft treten soll, abermals von deutlichen Kürzungen bedroht. „Die Krankenhäuser begrüßen, dass die deutlich verbesserte wirtschaftliche Entwicklung zum Anlass genommen wird, die zur Kostendämpfung vorgesehenen Preiszuwachsbegrenzungen etwas abzumildern. Zentrales Problem ist und bleibt aber die Unvereinbarkeit dieser viel zu niedrigen Preiszuwachsraten mit ungeminderten Kostenzuwächsen, die auf die Krankenhäuser zurollen, machte der GDK-Geschäftsführer deutlich.

Besonders problematisch werde es im Jahr 2012. Die von Bundeskanzlerin und Bundeswirtschaftsminister befürworteten Tarifabschlüsse von über drei Prozent seien mit diesen für die Krankenhäuser per Gesetz festgelegten Preiszuwächsen nicht zu finanzieren. „Wenn der Aufschwung nicht an den 1,1 Millionen Beschäftigten im Krankenhaus vorbei gehen soll, muss das Gesetz nachgebessert werden“, so Norden weiter. Die Kliniken in Deutschland appellierten eindringlich an die Koalitionsfraktionen, doch noch eine Öffnungsklausel für die zumindest anteilige Refinanzierung von Tarifsteigerungen im Gesetz vorzusehen.

Vor diesem Hintergrund stehen die strukturellen und finanziellen Herausforderungen für die Krankenhausversorgung angesichts der aktuellen Diskussion um die Reform der GKV-Finanzierung im Fokus des diesjährigen Krankenhaustages.

Neben gesundheitspolitischen Diskussionsforen bietet der diesjährige Deutsche Krankenhaustag zahlreiche anwenderorientierte Praxisseminare zu krankenhausspezifischen Fragestellungen an: So beschäftigt sich der Tag der Ärzte unter dem Tagungsvorsitz des Kongresspräsidenten Prof. Dr. Hans-Fred Weiser am dritten Veranstaltungstag schwerpunktmäßig mit den Kompetenzen und der Aufgabenverteilung in der Krankenhausleitung. Eine Vortagsveranstaltung des Deutschen Vereins für Krankenhaus-Controlling (DVKC) zum Thema „Update Controlling“ rundet diesen Kongresstag ab. Eine Fachtagung zu „Medizinischen Versorgungszentren am Krankenhaus“ beschließt das Kongressprogramm am vierten und letzten Veranstaltungstag. Im Rahmen des Pflegeforums werden aktuelle Entwicklungen im Pflegemanagement aufgegriffen. Im Fokus der Expertenvorträge steht diesmal u.a. das Thema „Personalmanagement – der wesentliche Erfolgsfaktor im Krankenhaus“.

Ziel des Krankenhaustages ist es, allen relevanten Berufsgruppen im Krankenhaus – Ärzten, Krankenhausdirektoren, Controllern, Technikern, Krankenhausträgern und Pflegepersonal – sowie den Partnern im Gesundheitswesen die Gelegenheit zur Diskussion und Meinungsbildung zu geben. An den vier Kongresstagen erwartet die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), über 1.800 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik. Veranstaltungsort des 33. Deutschen Krankenhaustages ist das Congress Center Düsseldorf-Ost (CCD-Ost) der Messe Düsseldorf. Das ausführliche Kongress-Programm kann unter www.deutscher-krankenhaustag.de herunter geladen werden.

Von der Eröffnung des 33. Deutschen Krankenhaustages mit dem Grußwort des Kongresspräsidenten Prof. Dr. Hans-Fred Weiser und der sich daran anschließenden Grundsatzrede von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler wird am Mittwoch, 17. November 2010 ab 10:00 Uhr ein Live-Stream über die Website der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) www.dkgev.de abrufbar sein.