Die von der DKG in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass von einer Übertragung von Tätigkeiten des Pflegedienstes positive Effekte auf einen effizienten Personaleinsatz im Krankenhaus ausgehen können, ohne dass die Qualität der Krankenhausleistungen abnimmt. Gleichzeitig bewirke eine Konzentration auf die Kernkompetenzen der Pflegekräfte eine bessere Nutzung der knappen Ressourcen, die die Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit steigern können. „Die Kliniken wollen die Pflegekräfte weiter entlasten. Wir setzen damit die politische Botschaft des letzten Pflegegipfels im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im April 2009 aktiv um“, machte der DKG-Präsident deutlich.

Die Palette übertragbarer Tätigkeiten reiche nach Angaben der beteiligten Kliniken von einfacheren Tätigkeiten (Erfassen der Essenswünsche, Hol- und Bringdienste) bzw. patientennahen Hilfstätigkeiten (Hilfe bei der Körperpflege, Vor- und Nachbereiten der Utensilien zur Körperpflege) bis hin zu hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (Betten beziehen, Ordnung in Patientenzimmern). Wie hoch das Entlastungspotential des examinierten Pflegepersonals im Einzelfall sei, hänge von den krankenhaus-individuellen Gegebenheiten vor Ort ab. Von zentraler Relevanz sei, dass Tätigkeiten zu einem zweckmäßigen Aufgabenfeld kombiniert werden. Es ergebe sich sowohl ein Kaskadeneffekt durch die Abgabe von delegierbaren Arbeiten an Service- und Pflegeassistenten als auch durch die Übernahme von Aufgaben mit einem höheren Qualifikationsanspruch aus dem bisherigen ärztlichen Bereich.

Kösters wies darauf hin, dass ein veränderter Ressourceneinsatz angesichts der Rahmenbedingungen für die Kliniken unabdingbar sei: „Seit Mitte der 90er Jahre hat die Arbeitsverdichtung im Pflegedienst spürbar zugenommen. Hier sind neue Konzepte für eine veränderte Aufgabenteilung und Arbeitsorganisation im Krankenhaus zwingend erforderlich.“ Hinzu komme, dass die demographische Entwicklung nicht nur einen steigenden Bedarf an Ärzten, sondern auch an (Fach-)Pflegekräften auslösen werde. Die Erhöhung der Attraktivität der Pflegeberufe sei daher von großer Relevanz für die Kliniken.

Gleichzeitig machte der DKG-Präsident deutlich, dass zur Änderung der Prozesse im Krankenhaus vor allem die Neugestaltung einer Aufbauorganisation gehöre. „Nur so kann die Neuordnung von Aufgaben des Pflegedienstes zu einem Erfolgsmodell werden“, sagte Kösters. Die richtige Organisation, die Optimierung der internen Prozesse und der optimierte Einsatz der Mitarbeiter nach ihren jeweiligen Fähigkeiten seien unumgänglich. Dabei müsse das Schnittstellenmanagement sowohl zwischen den Mitarbeitern mit unterschiedlichen Qualifikationen innerhalb einer Abteilung als auch zwischen Mitarbeitern unterschiedlicher Stationen funktionieren. „Wenn dies gelingen soll, muss die organisatorische Verantwortung für den Einsatz der Mitarbeiter beim Pflegemanagement bleiben“, so der DKG-Präsident.

Die DKI-Erhebung zeige darüber hinaus auf, dass für das Tätigkeitsfeld von Assistenz- und Servicekräften vor allem auch Mitarbeiter gewonnen werden können, die nur aufgrund von speziellen Rahmenbedingungen (z.B. kinder- und familienfreundliche Arbeitszeiten) den Weg zurück ins Arbeitsleben fänden. Zudem seien die Qualifizierungsansätze zum Service- und Pflegeassistent eine berufliche Chance für diejenigen Bewerber, die auf dem Ausbildungsmarkt eher eingeschränkte Möglichkeiten haben. Gleiches gelte für Quereinsteiger. Daher sollten Qualifizierungsmaßnahmen für diese Tätigkeitsfelder (z.B. Serviceassistenz) umfassend durch die zuständigen Stellen gefördert werden, da die Krankenhäuser eine sichere Anstellung mit guten Perspektiven bieten könnten.