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DKG zu Ärztestreiks an kommunalen Kliniken
Streik gefährdet Versorgung der Patienten
Georg Baum
Falsch ist auch die Einschätzung, dass überhöhte Lohnzuwächse die Besetzung freier Stellen in den Kliniken erleichtern würde. Für aktuelle Stellenbesetzungsprobleme ist nicht das Vergütungsniveau verantwortlich. Junge Assistenzärzte verdienen im Vergleich zu anderen Akademikern rund 15 Prozent mehr. Im internationalen Vergleich sind die Verdienst- und Weiterbildungsmöglichkeiten in den Krankenhäusern in Deutschland überdurchschnittlich gut. Auch laufen den Kliniken keine Ärzte davon. Im Gegenteil: Die Zahl der in den Krankenhäusern angestellten Ärzte (Vollkräfte) befindet sich auf einem historischen Höchststand. Sie ist in den letzten fünf Jahren von 114.000 im Jahr 2003 auf 128.000 in 2008 gestiegen.
Die offenen Stellen in den Kliniken resultieren im Wesentlichen aus der Arbeitszeitgesetzgebung. Diese verpflichtet die Krankenhäuser, Bereitschaftsdienstzeiten in der Nacht und am Wochenende auf das gesetzliche Arbeitszeitkorsett der 48-Stundenwoche anzurechen. Ebenfalls zwingt das von der Ärztegewerkschaft selbst erkämpfte Arbeitszeitrecht, die Ärzte nach Bereitschaftsdiensten in Ruheschichten zu schicken. Dadurch sind die Zuverdienstmöglichkeiten – gerade der jungen Ärzte – deutlich zurückgegangen. Wenn jetzt versucht wird, dies über überhöhte Bereitschaftsdienstbezahlungen auszugleichen, ist dies unredlich.
Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber liegt angesichts der hohen Lasten der Kliniken an der Schmerzgrenze und ist von den Gewerkschaften in den bislang stattgefundenen Tarifrunden akzeptiert worden. Auch eine Gewerkschaft, die die Interessen eines Berufsstandes mit einer Schlüsselstellung in der medizinischen Versorgung vertritt, kann und darf sich nicht über die wirtschaftlichen Realitäten und die engen gesetzlichen Finanzierungsbedingungen der Krankenhäuser hinwegsetzen. Die Ärztegewerkschaft ist dabei, über das Ziel hinauszuschießen. Die Leidtragenden eines Streiks sind die Patienten. Für diesen in jeder Hinsicht rücksichtslosen Streik hat niemand Verständnis.“
Dateien
2010-05-16_PM-DKG-zu-Aerztestreik-an-kommunalen-Kliniken (doc, 35 KB)
2010-05-16_PM-DKG-zu-Aerztestreik-an-kommunalen-Kliniken (pdf, 20 KB)Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder - 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände - in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.064 Krankenhäuser versorgen jährlich 18 Millionen stationäre Patienten und 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,1 Millionen Mitarbeitern. Bei 70 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.
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