„Die Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Kliniken in den EU-Ländern ist zu einfach“, erklärte Professor Hans Maarse von der Universität Maastricht. Öffentliche und private Kliniken seien oftmals ähnlicher als es gemeinhin angenommen werde, so der Universitäts-Professor. Zudem seien infolge von Verbundbildung und des Ausschöpfens der besseren Finanzierungsposition durch öffentliche Krankenhäuser frühere Effizienzvorteile der privaten Kliniken teilweise erodiert. „Dennoch wird sich der Privatisierungstrend der letzten Jahre durch den immer noch erheblichen Investitionsbedarf der öffentlichen Krankenhäuser weiter verstärken“, sagte Maarse. Bereits heute seien große Unterschiede beim Anteil von aufgestellten privaten und öffentlichen Krankenhausbetten in den EU-Ländern auszumachen: Während in den Niederlanden der Anteil der privaten Klinikbetten über 80 Prozent oder in Belgien bereits 65 Prozent erreicht habe, liege er in Deutschland noch bei rund 26 Prozent. Doch auch in Deutschland werde das Privatisierungspotenzial in den kommenden Jahren hoch bleiben, machte Maarse deutlich.

Die Europäische Vereinigung ist eine Arbeitsgemeinschaft der repräsentativen Verbände der Krankenhausdirektoren der Länder Europas. Zu den Zielsetzungen der Europäischen Vereinigung gehören u.a., die berufliche Kompetenz und Verantwortungsübernahme von Direktoren und leitenden Angestellten des Krankenhausmanagements und des Krankenhauswesens in den europäischen Ländern zu fördern.

Darüber hinaus wurde bereits zum 17. Mal der mit 5.000 Euro dotierte „Golden Helix Award“ für Qualität im Krankenhaus verliehen. Der Preis ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an das St. Bernward-Krankenhaus in Hildesheim und das Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern. Die Siegerteams konnten mit unterschiedlichen Verfahren die Qualität in der regionalen Notfallversorgung verbessern. Die Projektmitglieder aus dem St. Bernward-Krankenhaus analysierten mit dem regionalen Rettungsdienst den Weg des Patienten vom Erstkontakt mit den Rettungssanitätern bzw. -ärzten bis zur Therapie in der Klinik. Aufgrund einer zielgerichteten Umgestaltung der organisatorischen Abläufe konnten kürzere Behandlungszeiten und eine verbesserte Prognose bei Patienten mit akutem Herzinfarkt (mit ST-Hebung) erzielt werden. Die Projektmitglieder des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern führten ebenfalls eine Reform der internen Notfallversorgungsabläufe durch – wie etwa die Umgehung der Notfallaufnahmestellen. Auch hier konnten die Patienten nachweislich schneller behandelt werden als vor der Reorganisation. Dies führte zu steigenden Notaufnahmezahlen und einer Anerkennung im Landesrettungsplan.

Ziel des in Deutschland und Österreich ausgeschriebenen Qualitätspreises ist es, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und gleichzeitig die Kosten im Gesundheitswesen zu verringern. Träger des Preises ist der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD).

Der Einsatz von Controlling im Krankenhaus bildet ab 14:00 Uhr einen weiteren Schwerpunkt des dritten Kongresstages. Im Rahmen der Veranstaltung „Change-Management“ des Deutschen Vereins für Krankenhaus-Controlling (DVKC) diskutieren die Experten den planvollen und systematischen Einsatz von Krankenhauscontrolling. Anhand von Praxisbeispielen wie „DRG-Reporting – Auswirkungen auf Rechnungswesen und Controlling“ oder Vernetzte Versorgungsstrukturen – Ein Update zur Pflegereform 2008“ wird der Controlling-Einsatz als eine wichtige Voraussetzung für die Unterstützung der Leistungsprozesse in den Kliniken aufgezeigt.

Der 32. Deutsche Krankenhaustag bietet noch bis zum 21. November Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren. Das ausführliche Kongress-Programm steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.