„Bei einem Umsatzvolumen von rund 64 Milliarden Euro sind die 2.087 Krankenhäuser mit über einer Million Beschäftigten ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor im Wachstumsmarkt Gesundheitswesen. Doch der Job- und Innovationsmotor Krankenhaus wird seine Schubkraft verlieren, wenn sich die Politik in der neuen Legislaturperiode erneut zu reinen Kostendämpfungsmaßnahmen hinreißen lässt.“ Dies erklärte der Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), Gerd Norden, heute bei der Vorstellung des Kongressprogramms in Düsseldorf.

Die Kliniken und ihre Mitarbeiter hofften nach dem Amtsantritt der neuen Koalitionsregierung aus Union und FDP auf eine „neue Vertrauenskultur im Gesundheitswesen“, so Norden. „Die gesundheitspolitischen Passagen des Koalitionsvertrags markieren einen ordnungspolitischen Wechsel mit Augenmaß. Das Bekenntnis der Koalitionäre, die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung weiter vorantreiben zu wollen, ist ein wichtiger Schritt, um verlässliche und stabile Rahmenbedingungen für die Kliniken zu schaffen. Aber auch das Bekenntnis zur überragenden Bedeutung der Arbeitsplätze im Gesundheitswesen ist ausdrücklich zu begrüßen“, machte der GDK-Geschäftsführer deutlich.

Die Initiative der Koalitionäre zur Nachwuchsgewinnung und Förderung des Medizinstudiums sowie die Erweiterung der Delegationsmöglichkeiten ärztlicher Tätigkeiten fände die ungeteilte Zustimmung der Krankenhäuser in Deutschland, so Norden. Die gesetzlichen Anpassungen, um den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern im Gesundheitswesen abzusichern, sollten neben der Abschaffung des Numerus Clausus für den Fachbereich Humanmedizin auch eine Erweiterung des Angebots an Studienplätzen für Humanmediziner sowie die Beschränkung der ärztlichen Tätigkeiten im Krankenhausalltag auf ärztliche Kernkompetenzen umfassen. Norden: „Denn nur erfolgreiche Krankenhäuser mit hoher Behandlungsqualität sichern die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit den Nachwuchs in den Heilberufen.“
Im Mittelpunkt des 32. Deutsche Krankenhaustages vom 18. bis 21. November 2009 in Düsseldorf stehen die aktuellen gesundheitspolitischen Konzepte der Bundestagsparteien für die 17. Legislaturperiode und ihre möglichen finanziellen Auswirkungen auf die stationäre Versorgung in Deutschland.

Neben gesundheitspolitischen Diskussionsforen bietet der 32. Deutsche Krankenhaustag zahlreiche anwendungsorientierte Praxisseminare zu krankenhausspezifischen Fragestellungen an: So werden etwa aktuelle Entwicklungen und Modelle im Rahmen der „Informationsbörse“ zu Themen wie „Budgetverhandlungen 2010“ „Medizinische Versorgungszentren“ oder „MDK-Prüfungen im Krankenhaus“ den Besuchern wertvolle Praxistipps vermitteln. Im Rahmen des Pflegeforums werden aktuelle Entwicklungen im Pflegemanagement aufgegriffen. Im Fokus der Expertenvorträge steht diesmal u.a. das Thema „Personalgewinnung und -entwicklung als Überlebensstrategie im Unternehmen“.

Ziel des Krankenhaustages sei es, allen relevanten Berufsgruppen im Krankenhaus – Ärzten, Krankenhausdirektoren, Controllern, Technikern, Krankenhausträgern und Pflegepersonal – sowie den Partnern im Gesundheitswesen die Gelegenheit zur Diskussion und Meinungsbildung zu geben. An den vier Kongresstagen erwartet die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), rund 1.600 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik. Veranstaltungsort des 32. Deutschen Krankenhaustages ist das Congress Center Düsseldorf-Ost (CCD-Ost) der Messe Düsseldorf. Das ausführliche Kongress-Programm kann unter www.deutscher-krankenhaustag.de herunter geladen werden.