Wie die Kliniken warne der Sachverständigenrat davor, rein wettbewerblich und monetär motivierte Selektivverträge politisch über zu bewerten. Auch der Rat erkenne die negativen Auswirkungen von Selektivverträgen auf die Versorgung, sagte Baum. Explizit nenne er die hohe Wahrscheinlichkeit steigender Transaktionskosten und die Gefahr regionaler Differenzen der Qualitätsniveaus in der medizinischen Versorgung.

Die Klinken begrüßten die vom Sondergutachten unterstützte Verzahnung der ambulant und stationär erbrachten spezialisierten fachärztlichen Leistungen, hob Baum hervor. Der Rat nenne sie ausdrücklich als Ziel der Gesundheitsversorgung. Explizit spreche er sich für eine Ausweitung der Leistungen nach § 116 b SGB V aus. Krankenhäuser mahnten hier seit längerem die Unterstützung der Politik an, da von den mehr als 2.000 Anträgen der Kliniken nur wenigen Hundert bisher stattgegeben worden sei. Baum: „Das sind die notwendigen Rahmenbedingungen für einen solidarischen und qualitätsorientierten Wettbewerb, dem sich die Krankenhäuser verpflichtet fühlen. Wer Wettbewerb als Selbstzweck will, verkennt die Besonderheiten des Gesundheitswesens.“