Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum betonte, dass die Patientenrechterichtlinie neue Chancen für deutsche Krankenhäuser im Wettbewerb um ausländische Patienten eröffnen könne. Die möglichen Vorteile dürften allerdings nicht zum Preis einer Europäisierung der Gesundheitssysteme erkauft werden. „Fragen der Qualität und der Sicherheit der Krankenhausleistungen müssen in nationaler Verantwortung bleiben“, machte Baum deutlich. Es gelte jetzt, die Diskussion im Europäischen Parlament und im Rat in einem angemessenen Zeitraum zu entwickeln und die betroffenen Akteure eng einzubinden.

„Die Qualität und Sicherheit von grenzüberschreitender Versorgung werden durch die Richtlinie besser werden“, erklärte Corinna Kleinschmidt von der Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission in Brüssel. Gleichzeitig schaffe die Richtlinie mehr Klarheit für alle Beteiligten über die Vorschriften für die Erstattung der Versorgungskosten. Die Patientenmobilität bleibe aber überschaubar, da Patienten sich so wohnortnah wie möglich behandeln ließen. „Manchmal wird die notwendige Versorgung im Ausland jedoch besser angeboten“, sagte Keinschmidt. Dies könnte z.B. beim Fehlen von Kapazitäten oder Spezialbehandlungen im Heimatland der Fall sein.

Udo Scholten, Leiter der Unterabteilung „Europäische und Internationale Gesundheitspolitik“ im Bundesministerium für Gesundheit, machte deutlich, dass die Gesundheitsversorgung in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Mitgliedsstaaten als hochwertig anzusehen sei. „Deswegen ist davon auszugehen, dass – bis auf Grenzregionen – die Wanderbewegungen deutscher Patienten ins Ausland nicht signifikant steigen werden“, erklärte Scholten. Der Geschäftsführer des Malteser St. Franziskus Krankenhauses (SFH) in Flensburg, Klaus Deitmaring, wies darauf hin, dass das SFH mit seiner Strahlentherapie als einzige ausländische Klinik im nationalen dänischen Krankenhausplan ausgewiesen sei. „Die Patientenzahl aus Dänemark steigt stetig: Von neun Patienten im Jahr 1998 auf 260 Patienten im Jahr 2007“, sagte Deitmaring. Ziel sei es, in wenigen Jahren ein deutsch-dänisches Zentrum für Strahlentherapie und Nuklearmedizin am Klinikum zu errichten.

Der Einsatz von IT im Krankenhaus bildet ab 13.00 Uhr einen weiteren Schwerpunkt des 2. Kongresstages. Im Rahmen der Veranstaltung „Unternehmenserfolg durch die Ausrichtung der IT auf die Unternehmensziele“ diskutieren die Experten den planvollen und systematischen Einsatz von Informationstechnologie im Krankenhaus. Anhand von Praxisbeispielen wird der IT-Einsatz als eine wichtige Voraussetzung für die Unterstützung der Leistungsprozesse in den Kliniken aufgezeigt.

Im ECCLESIA-Forum werden zudem neue Trends und Entwicklungen bei der „Aufgabenverteilung im Krankenhaus – Haftung und Effizienz“ aus Sicht der Krankenhausträger, der Ärzte und der Pflege diskutiert. Darüber hinaus können sich die Besucher im Forum der Fachvereinigung Krankenhaustechnik (FKT) ausführlich über Themen wie „Benchmarking Instandhaltung im Krankenhaus“, „Facility Management und Contracting“ oder über die „Entscheidungsfindung – eine Schlüsselkompetenz für Führungskräfte“ informieren.

Eine stärkere Leistungsorientierung erfordert auch die Optimierung der Ressourcen und Prozesse im Krankenhaus. Der Krankenhaustag bietet dazu gezielt anwendungsorientierte Praxisseminare im Rahmen der „Krankenhaustag-Informationsbörse“ an, die heute ab 16:30 Uhr statt findet. Darin werden die aktuellen Entwicklungen und Trends in den Bereichen „Ambulante Leistungen der Krankenhäuser“, „Medizinische Versorgungszentren“ und die „Integrierte Versorgung“ im Mittelpunkt der Diskussionen stehen.

Der 31. Deutsche Krankenhaustag bietet bis zum 22. November Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren. Das ausführliche Kongress-Programm steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.