„Der Beschluss des zuständigen Ausschusses ist nicht nachvollziehbar und für die Krankenhäuser enttäuschend. Der dort angenommene Bericht steht konträr zum ausgewogenen Kompromiss des Rates und geht in vielen Punkten sogar noch hinter die bestehende Richtlinie zurück.

Sollte sich dieser Standpunkt des Ausschusses durchsetzen, würden das Opt-out nach drei Jahren auslaufen und Bereitschaftsdienste vollständig als Arbeitszeit gewertet. Eine weitere künstliche Verknappung der ärztlichen Arbeitszeit wäre die unweigerliche Folge und würde unmittelbar die stationäre medizinische Vorsorgung gefährden. Bereits heute können 4.000 Arztstellen in Krankenhäusern nicht besetzt werden. Vor dem Hintergrund, dass die Novellierung der Arbeitszeitrichtlinie gerade wegen dieser Probleme angestoßen wurde, ist die Haltung des Ausschusses völlig unverständlich.

Die deutschen Krankenhäuser appellieren an die EU-Abgeordneten, die verbleibende Zeit bis zur entscheidenden zweiten Lesung am 2. Dezember 2008 zu nutzen, um einen ausgewogenen Kompromiss auf Grundlage des Gemeinsamen Standpunktes des Rates zu finden.“