Im ECCLESIA-Forum "Die Zukunft der Zertifizierung" unter Tagungsvorsitz von Prof. Dr. Hans-Konrad Selbmann, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinische Informationsverarbeitung der Universität Tübingen, machte Dr. Martin Walger, Geschäftsführer Personalwesen und Krankenhausorganisation der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), deutlich, dass die Klinikträger bei der Zertifizierung schon heute deutlich über das gesetzlich geforderte Maß hinausgingen. In nur vier Jahren nach Aufnahme des Routinebetriebes der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ®) konnten bereits 550. Zertifikate vergeben werden. Dies belege die wachsende Bedeutung dieses Zertifizierungsverfahrens für modernes Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen. "Die KTQ hat kein Strohfeuer entfacht, sondern wirkt nachhaltig", so Walger weiter. Dr. Werner Gerdelmann, Vorstandsvorsitzender des VdAK/AEV, betonte, dass die KTQ® ohne jegliche gesetzliche Vorgabe funktioniere. Patienten, einweisende Ärzte und Kostenträger nutzten die Informationen aus den KTQ-Berichten intensiv, wenn bei erforderlicher Behandlungsnotwendigkeit zu entscheiden sei, welcher Leistungserbringer in Anspruch genommen werde.

Gleichzeitig wachse auch die Bedeutung von Qualitätsbeurteilungssystemen auf internationaler Ebene. Unter Tagungsvorsitz von Asger Hansen, Präsident des Wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Vereinigung der Krankenhausdirektoren (EVKD), diskutierten die Teilnehmer über die Fehlerkultur, das Fehlermanagement und das Fehlerberichtssystem in Europa. Im Anschluss wurde bereits zum 15. Mal der mit 5.000 Euro dotierte "Golden Helix Award" für Qualität im Krankenhaus verliehen. Der Preis ging in diesem Jahr an das Projekt "Das steirische Herz" der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft mbH in Graz. Dem Siegerteam gelang es - unter Beteiligung der peripheren Krankenhäuser, niedergelassenen Ärzten, dem Rettungswesen und der zentralen Herzkatheter-Einrichtungen - die Akutversorgung der Patienten mit einem akutem Koronarsyndrom zu verbessern. Die Messungen zeigten selbst 18 Monate nach Inkrafttreten der Leitlinien noch große Verbesserungen der Qualität. Das gesamte Projekt stellte eine medizinisch-organisatorische Herausforderung dar: Unter Verwendung evidenzbasierter Leitlinien bzw. Behandlungspfade und einrichtungsübergreifender Maßnahmen galt es für jeden der 1,2 Millionen steirischen Bürger eine Zugangsmöglichkeit zur primären Herzkatheter-Intervention zu schaffen.

Ziel des in Deutschland und Österreich ausgeschriebenen Qualitätspreises ist es, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und gleichzeitig die Kosten im Gesundheitswesen zu verringern. Träger des Preises ist der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD).

Im Mittelpunkt des 3. Kongresstages steht zudem das Fachforum des Deutschen Vereins für Krankenhauscontrolling (DVKC) . Die Besucher können sich über den "Aufbau eines sektorübergreifenden Qualitätscontrolling", "Controlling als Grundlage der Strategieentwicklung im Krankenhaus" oder über die "medizinische Dokumentation durch Ärzte" ausführlich informieren.

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