Top Thema des Donnerstages war die Diskussionsrunde "Krankenhausübernahmen - Grenzen des Wachstums". Darin betonte der Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG und Vizepräsident der DKG, Wolfgang Pföhler:

"Die Demografie, der technologische Fortschritt und steigende Erwartungen der Gesellschaft an die Möglichkeiten der modernen Medizin führen zu einer wachsenden Nachfrage nach ambulanten, teilstationären und vollstationären Gesundheitsdienstleistungen. Diese Mehrnachfrage kann aufgrund knapper Finanzbudgets nur durch eine intensivierte Zusammenarbeit befriedigt werden. Dabei gilt es vor allem, die Zusammenarbeit im Kernbereich medizinischer Leistungserbringung zu stärken. Es sind vor allem Klinikketten, die Synergien durch Spezialisierung, Technisierung und Rationalisierung heben. So kann langfristig eine moderne und bezahlbare Medizin flächendeckend gewährleistet werden." Ullrich Eidenmüller, Bürgermeister der Stadt Karlsruhe, wies aus Sicht eines kommunalen Krankenhausträgers darauf hin, dass die Krankenhauslandschaft in Deutschland eine sehr kleinteilige Struktur aufweise. Die Träger seien sich bewusst, dass es politisch gewollt sei, die Einrichtungen in einen Verdrängungswettbewerb zu schicken: "Überleben können wir nur, wenn wir noch stärker kooperieren. Dazu muss man die regionalen, öffentlichen Träger auch lassen." Eidenmüller formulierte als zentrale Aufgabe für die nächsten Jahre, es müsse verhindert werden, dass die Krankenhäuser künftig einem Nachfragekartell der Krankenkassen gegenüber stehen.

Ein weiterer Schwerpunkt des 2. Kongresstages war das Pflegeforum. Unter Vorsitz der diesjährigen Kongresspräsidentin Irene Maier wies Andreas Schreiber vom Klinikum Bamberg im Rahmen der Veranstaltung "Arbeitsplatz Krankenhaus und die neuen Chancen" darauf hin, dass mit der Einführung des neuen Fallpauschalensystems im Krankenhaus (DRGs) auch neue Arbeitsfelder für die Pflege entstehen würden. "Kodierung ist für Pflegende ein neues Betätigungsfeld, was für das ganze Krankenhaus zum Gewinn werden kann", machte Schreiber deutlich. Vor dem Hintergrund der Einführung der DRGs hätten Krankenhäuser einen erhöhten administrativen Aufwand durch ausführlichere und verbesserte Dokumentation und Kodierung. Hier könnten die Pflegenden als DRG-Kodierassistenten ein neues Einsatzgebiet finden. Schreiber: "Die Kodierqualität wird deutlich erhöht, Fehler werden reduziert, Geld und Zeit werden eingespart und der Erlös wird gesteigert." Weitere Vorträge fokussierten die Themen "Der Platz der Pflege in dem Modell der integrierten Versorgung" und "Ethik und Monetik - Widerspruch oder Möglichkeit im Krankenhaus". Im Rahmen der Sonderveranstaltung für leitende Pflegekräfte und Führungskräfte im Gesundheitswesen wurden zudem neue Trends und Entwicklungen im Zukunftsmarkt Pflege diskutiert.

Eine stärkere Leistungsorientierung erfordert auch die Optimierung der Ressourcen und Prozesse im Krankenhaus. Der Krankenhaustag bietet dazu gezielt anwendungsorientierte Praxisseminare im Rahmen der "Krankenhaustag-Informationsbörse" an, die heute ab 16:30 Uhr statt findet. Darin werden die aktuellen Entwicklungen und Trends in den Bereichen "Ambulante Behandlung im Krankenhaus (§116 b SGB V)", "Medizinische Versorgungszentren" und das "Vertragsarztrechtsänderungsgesetz" im Mittelpunkt der Diskussionen stehen.

Der 30. Deutsche Krankenhaustag bietet bis zum 17. November Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren. Das ausführliche Kongress-Programm des 30. Deutschen Krankenhaustages steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

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