Dr. Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), machte deutlich, dass die Krankenhäuser in den letzten Jahren enorm an Effizienz zugelegt hätten. International belegten sie beim wirtschaftlichen Einsatz des Krankenhauspersonals einen Spitzenplatz: 11 Krankenhausmitarbeiter je 1.000 Einwohner sichern in Deutschland die stationäre Versorgung. In anderen Gesundheitssystemen - etwa in Österreich (15,3) oder USA (16,1) - lägen die Werte wesentlicher höher. Kösters betonte gleichzeitig, dass sich die Erosion der finanziellen Basis seit Jahren fortsetze. Das aktuelle Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts belege, dass 2008 rund 80 Prozent der Kliniken eine schlechtere wirtschaftliche Situation als 2007 bzw. eine Stagnation erwarten. Diese prekäre Lage zwinge die Krankenhäuser zu weiterem Stellenabbau. Vor dem Hintergrund der sprudelnden Steuereinnahmen forderte Kösters die Politik auf, die Sanierungsabgabe der Krankenhäuser im Rahmen der Gesundheitsreform für das Jahr 2008 zu streichen.

Heinz Kölking, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren (VKD), wies darauf hin, dass bereits heute ein Drittel der Kliniken vor dem Ruin stünden, da die Kostensteigerungen durch die Kliniken nicht in die Preise weitergegeben werden könnten. In Zukunft müsse es hingegen gewährleistet werden, dass die Finanzierung von Krankenhausleistungen an die gesamte wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere an die Tarifentwicklung gekoppelt werde. Der VKD fordere deshalb, die Anbindung an die Einnahmen der GKV durch einen Index zu ersetzen, der die Preisentwicklung abbilde. Kölking: "Dies ist eine elementare Forderung für die Gestaltung des ordnungspolitischen Rahmens für 2009".

Der Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK), Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, hob die neuen Möglichkeiten und Chancen der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung hervor. Mit der Gesundheitsreform 2007 sei die Einbindung der Krankenhäuser in die ambulante Versorgung bei hochspezialisierten Leistungen und seltenen Erkrankungen gelungen. Diese an sich sinnvolle Intention des Gesetzgebers drohe jedoch auf Drängen der Krankenkassen und Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) konterkariert zu werden. Der G-BA wolle nahezu für den gesamten Katalog hohe Mindestmengen vorgeben. Dies hätte die fast flächendeckende Nichteinbeziehung der Kliniken mit entsprechenden Negativkonsequenzen für die Patientenversorgung zur Folge. "Es gilt dafür zu kämpfen, dass die Krankenhäuser - wie vom Gesetzgeber gewollt - ohne große Hürden in diesem Bereich an der ambulanten Versorgung teilnehmen können", machte Weiser deutlich.

Ziel des Krankenhaustages ist es, allen relevanten Berufsgruppen im Krankenhaus - Ärzten, Krankenhausdirektoren, Controllern, Technikern, Krankenhausträgern und Pflegepersonal - sowie den Partnern im Gesundheitswesen die Gelegenheit zur Diskussion und Meinungsfindung zu geben. Im Mittelpunkt des 1. Kongresstages steht der künftige ordnungspolitische Rahmen für die stationäre Versorgung. Im "Forum Krankenhauspolitik" werden Dr. Klaus Theo Schröder (Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit), Melanie Huml (MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen des Freistaats Bayern), Dr. Hermann Schulte-Sasse (Staatssekretär im Senat für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales der Freien Hansestadt Bremen), Dr. Doris Pfeiffer (Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen) und Dr. Rudolf Kösters (Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft) einen Ausblick auf die Reform der Krankenhausfinanzierung ab dem Jahr 2009 geben. Weiterhin liegt der Themenfokus auf neuen Trends und Entwicklungen im Bereich der Informationstechnologie sowie der Krankenhaustechnik.

Der 30. Deutsche Krankenhaustag bietet bis zum 17. November Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren. Er greift mit seinen vielfältigen Vorträgen, Seminaren und Foren aktuelle gesundheitspolitische und krankenhausrelevante Fragestellungen auf. Dabei stehen insbesondere die Auswirkungen der neuen Krankenhausvergütung (DRGs) auf die stationäre Versorgung und die unterschiedlichen Konzepte der Qualitätssicherung im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen. Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen rund 2.000 Besucher aus Klinikbetrieb und Gesundheitspolitik. Das ausführliche Kongress-Programm des 30. Deutschen Krankenhaustages steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

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