Im diesjährigen Qualitätsreport sind in vielen Bereichen signifikante Verbesserungen der Versorgungsqualität erreicht worden. Dies betrifft beispielsweise die Schenkelhalsfraktur, die Bypass-Chirurgie an verengten Herzkranzgefäßen, Operationen bei Brustkrebs und die Mammachirurgie. Für das Jahr 2008 werden die Leistungsbereiche Transplantationsmedizin und Implantierbare Defibrillatoren (ICD) vorbereitet. Zudem sollen im kommenden Jahr neue Methoden der Qualitätsmessung (z.B. Patientenbefragungen) als Bestandteil des BQS-Verfahrens erprobt werden.

Handlungsbedarf besteht bei 22 der 180 Qualitätsindikatoren (12 Prozent). Hier wird der Fokus auf der Nachverfolgung auffälliger Krankenhäuser liegen. Der so genannte strukturierte Dialog stellt dabei das Herzstück der externen Qualitätssicherung dar. Hierzu werden begleitend Regionalkonferenzen durchgeführt, Methodenerklärungen vorgenommen und Softwareprobleme bearbeitet. Zudem wurde ein intensiver fachlicher Dialog zwischen den Medizinischen Fachgesellschaften und der BQS begonnen.

Der DKG-Präsident: "Die externe Qualitätssicherung im Krankenhaus hat sich mittlerweile zu einem belastbaren Verfahren entwickelt. Der BQS-Qualitätsreport, der bereits zum sechsten Mal in Folge Qualität im Krankenhaus misst, belegt, dass die Kliniken die Herausforderungen eines Qualitätswettbewerbs angenommen und ihre Maßnahmen zur Qualitätssicherung in den letzten Jahren konsequent ausgebaut haben." In keinem anderen Land der Welt gebe es derzeit ein vergleichbares nationales Verfahren zur Qualitätsdarstellung, das alle Krankenhäuser einschließt und auf medizinische und pflegerische Ziele ausgerichtet sei. Die DKG werde sich im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) dafür einsetzen, dass die externe Qualitätssicherung weiterentwickelt werde und zugleich ein gerechter Qualitätswettbewerb über alle Sektoren im Gesundheitswesen statt finden könne.

Darüber hinaus erlange die Ergebnisqualität der Krankenhäuser mit der Neuauflage des so genannten Qualitätsberichts eine völlig neue Bedeutung. "Erstmals werden Daten aus der externen Qualitätssicherung für jedes Krankenhaus offen gelegt - wir nennen Ross und Reiter", erklärte Kösters. Dies erfolge im Rahmen des Qualitätsberichts, den jede der 2.100 Kliniken bis zum 31. Oktober 2007 veröffentlicht. Darin werden die Krankenhäuser künftig ihre Qualität bei einzelnen Behandlungen wie z.B. in der Geburtshilfe, in der Frauenheilkunde, bei Gallenblasenentfernung, beim Einsetzen von Herzschrittmachern, künstlichen Hüften oder in der Brustchirurgie im Vergleich zu anderen Einrichtungen darstellen. Insgesamt stehen für Patienten und einweisende Ärzte nunmehr 27 Qualitätsindikatoren im bundesweiten Vergleich zur Verfügung. Kösters: "Wir schlagen ein neues Kapitel bei der Qualitätssicherung im Krankenhaus auf."

Gleichzeitig habe die DKG für eine bessere Laienverständlichkeit des Qualitätsberichts zusammen mit Patientenvertretern und Krankenkassen eine Leseanleitung erstellt. "Diese Qualitäts-Transparenz ist einmalig. Sie hebt sich deutlich von den Hochglanzbroschüren anderer Leistungssektoren ab, in denen umfangreiche Verbandsaktivitäten aufgereiht werden - deren konkreten Ergebnisse aber nicht an die Öffentlichkeit gelangen", machte der DKG-Präsident abschließend deutlich.