"Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichnen erneut Einnahmen-steigerungen von 4,8 Prozent, während der Mittelzuwachs bei den Krankenhäusern nur 0,9 Prozent beträgt. Dies ist einer der geringsten Zuwächse aller Leistungsbereiche der GKV. Aus dieser Diskrepanz muss man zwei Schlüsse ziehen:

1. Die Krankenhäuser tragen Konsolidierungslasten, für die es nach wie vor keine Rechtfertigung gibt.
2. Der Aufschwung geht an den Krankenhäusern vorbei.

Die Einnahmemöglichkeiten und unabweisbaren Ausgabennotwendig-keiten klaffen bei den Krankenhäusern in einem bislang nicht da gewesenen Umfang auseinander. Die allgemeine Preissteigerungsrate liegt bei 1,9 Prozent, die Personalkostensteigerungen in den Krankenhäusern liegen bei über 3 Prozent und die Energiekostensteigerung bei zum Teil über 10 Prozent. Gleichzeitig steigt die Zahl der stationär zu behandelnden Patienten.

Während 513.000 zusätzliche Beitragszahler die Kassen der Krankenkassen füllen, führt der Einspar- und Rationalisierungsdruck in den Kliniken zum weiteren Abbau von Arbeitsplätzen und zu massiven Belastungen. Das spüren die Beschäftigten der Krankenhäuser und auch die Patienten. Es ist unangemessen, wenn der größte Leistungsbereich der GKV bei erneut nachgewiesener Sparsamkeit auch noch durch zusätzliche Einschnitte belastet wird. Die Krankenhäuser appellieren an die Regierungskoalition, die mit der Gesundheitsreform beschlossene Kürzung der Krankenhausrechnungen in 2008 nicht weiter fortzusetzen. Die GKV erwirtschaftet nach dem Milliarden-Überschuss in 2006 erneut 307 Mio. Euro Netto-Überschuss allein im ersten Halbjahr 2007. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass die Entschuldung der Gesetzlichen Krankenversicherung bereits in 2007 erreicht ist."