DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum übermittelt in einem Kondolenzschreiben an die Familie des Verstorbenen die Anteilnahme der DKG zum Tod Hans-Werner Müllers:

"Seine langjährigen Erfahrungen als Krankenhausexperte in der Wissenschaft, der Verwaltung und der Verbandspolitik machten ihn zu einem großen Repräsentanten der Krankenhäuser in Deutschland und im Ausland. Die Verleihung des großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland hat den Leistungen im Bereich des Gesundheits- und Krankenhauswesens einen würdigen Ausdruck gegeben. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wird das Andenken an Hans-Werner Müller in Ehren bewahren."

Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. Hans-Werner Müller war Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen. Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Saarbrücker 1945 als wissenschaftlicher Assistent an der Medizinischen Akademie Düsseldorf, zuletzt als kommissarischer Leiter des Instituts für Gerichtliche Medizin und Kriminalistik. Später wurde Müller Oberregierungs- und Obermedizinalrat im Sozialministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 1953 bis 1971 war Müller als Landesobermedizinaldirektor bzw. Landesrat und Gesundheitsdezernent beim Landschaftsverband Rheinland in Köln tätig.

Von 1971 bis zu seiner Pensionierung 1984 war Professor Müller Hauptgeschäftsführer der DKG und gleichzeitig Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). Danach übernahm er bis 1995 die Präsidentschaft der Deutschen Zentrale für Volksgesundheitspflege e.V. (DZV) in Frankfurt.

Sein Wirken an der Spitze der DKG umfasste die Zeitspanne von der Konzeption und Einführung des "Jahrhundertgesetzes" zur Krankenhausfinanzierung (KHG) mit dem Kern der dualen Finanzierung im Jahr 1972. Müller war gleichzeitig Vorsitzender des Krankenhausbeirates beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung gemäß § 7 Absatz 4 KHG. Als Mitglied der Konzertierten Aktion im Gesundheitswesen vertrat er zusammen mit dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der DKG den Krankenhausbereich. Die Bundesregierung berief ihn 1972 als Mitglied in den Bundesgesundheitsrat sowie in die Große Krebskommission beim Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit. Darüber hinaus gehörte er dem Ärztlichen Sachverständigenbeirat für Krankenhausfragen beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung als Mitglied an.

Müller war zudem Vorsitzender der Beratungs- und Verhandlungskommission der DKG, Mitglied des Vorstandes und dadurch der Geschäftsführung des Deutschen Krankenhausinstituts e.V. sowie Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutsches Krankenhaus. In dieser Eigenschaft war er als Tagungsbeauftragter verantwortlich für die Durchführung des Deutschen Krankenhaustages und den damit verbundenen internationalen Krankenhausveranstaltungen zwischen den Jahren 1975 bis 1983.

Als Leiter der deutschen Delegation im Krankenhausausschuss der EG wurde Müller 1973 Vizepräsident des EG-Krankenhausausschusses und ab 1976 für zwei Wahlperioden dessen Präsident. Von 1973 bis 1979 war er ebenfalls Mitglied im "Council of Management" der International Hospital Federation (IHF) und von 1975 bis 1979 IHF-Vizepräsident.

Für seine Leistungen im Bereich des Krankenhaus- und Gesundheitswesens wurde Müller mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.