Dazu erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum:

"Die beispiellos niedrige Personalaustattung zeigt, welche Anstrengungen die Krankenhäuser unternommen haben, um unter der restriktiven Budgetierungspolitik eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten. Es muss jedoch davor gewarnt werden, den Bogen zu überspannen. Der Rationalisierungsdruck in den Krankenhäusrn ist extrem hoch. Krankenhausärzte sind gesucht wie nie. Wenn es zu einer weiteren Personalverknappung kommt, ist die Versorgungsqualität gefährdet. Auch die angebliche Kostenexplosion im stationären Sektor ist im internationalen Vergleich eine Mär. Tatsächlich sind die Krankenhausausgaben als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 3,7 Prozent in Deutschland seit 10 Jahren gleich geblieben. Zum Vergleich: In den europäischen Nachbarländern wie z.B. Frankreich (4,7 Prozent), Österreich (4,1 Prozent) und Italien (3,9 Prozent) werden höhere Anteile des BIP für die stationäre Versorgung aufgewendet.

Auch die Krankenhauskosten pro Fall liegen in deutschen Kliniken im internationalen Vergleich im Mittelfeld. In 2005 wurden in Deutschland im Durchschnitt pro Patient 5.478 Dollar aufgewendet. Im Gegensatz dazu wenden die Vereinigten Staaten (13.452 Dollar), Luxemburg (11.640 Dollar), Kanada (10.334 Dollar), Italien (6.803 Dollar) oder Schweden (5.674 Dollar) deutlich mehr für die stationäre Versorgung pro Fall auf."

Die OECD-Statistik zeigt zudem, dass das deutsche Gesundheitssystem insgesamt eine hohe Wirtschaftlichkeit aufweist. So lagen die Gesundheitsausgaben pro Kopf in Deutschland im Jahr 2005 bei 3.287 Dollar. In den Vereinigten Staaten (6.401 Dollar), Österreich (3.519 Dollar) oder Frankreich (3.374 Dollar) waren die Pro-Kopf-Ausgaben in 2005 deutlich höher. In der Langzeitbetrachtung weist Deutschland ohnehin sehr begrenzte Zuwächse auf. So nimmt das deutsche Gesundheitssystem bei der jährlichen Veränderungsrate von 1995 bis 2005 mit nur 4 Prozent einen Spitzenplatz unter den OECD-Ländern ein.

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