"Der in der Studie beschriebene Stellenabbau im Pflegebereich in deutschen Krankenhäusern ist kein isoliertes Problem einer einzelnen Berufsgruppe. Mittlerweile setzt sich der Personalabbau in den Krankenhäusern bei fast allen Berufsgruppen im vierten Jahr in Folge fort. Dies verdeutlicht die schwierige finanzielle Lage der Krankenhäuser. Maßgeblich dafür verantwortlich sind die seit Jahren gedeckelten Budgets, die den Kliniken den Handlungsspielraum erheblich einschränken. Umso unverständlicher ist es, dass den Krankenhäusern auch noch ca. 700 Millionen Euro über Einspargesetze (AVWG) und Sanierungsbeitrag allein in diesem Jahr entzogen werden. Das zwingt die Kliniken verstärkt zu rationalisieren und Anpassungen in Abläufen vorzunehmen. Dies kann im Ergebnis auch in der Pflege zu einer höheren Arbeitsverdichtung führen. Dabei sind die Krankenhäuser aber bemüht, den Patienten die Kürzungspolitik nicht spüren zu lassen. Hätten die Kliniken die einzusparenden Mittel zur Verfügung, könnten damit ca. 14.000 Pflegekräfte finanziert werden.

Hinzu kommt, dass die Krankenhäuser über das Arbeitszeitgesetz verpflichtet sind, die Zahl der Arztstellen auszuweiten, ohne dass die damit verbundenen Mehrkosten ausreichend finanziert werden. Um die hochwertige Versorgung und Betreuung der Patienten in den Kliniken nicht zu gefährden und den Arbeitsplatzabbau in Krankenhäusern zu stoppen, muss der Sanierungsbeitrag ausgesetzt werden.

Die DKG teilt nicht die Auffassung, dass für die Entwicklung in der Pflege die Kalkulationen für das DRG-Fallpauschalensystem ursächlich sind. Die Leistungen und Kosten der Pflege werden bei der Kalkulation wie die anderer Berufe sachgerecht berücksichtigt."

Nach der neuesten Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes wurden allein 2005 insgesamt 9.891 Vollkraftstellen in den Kliniken abgebaut. Im Jahr 2005 waren insgesamt 796.097 Vollkräfte in den Kliniken tätig. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber 2004 von 1,23 Prozent (805.988). Vom Personalabbau waren neben dem Pflegedienst (-2,31 Prozent), Mitarbeiter im Wirtschafts- und Versorgungsdienst (-5,67 Prozent) sowie das Klinische Hauspersonal (-9,45 Prozent) betroffen. Dagegen verzeichnete der Ärztliche Dienst (+3,34 Prozent) Zuwächse.